Airtimers Queue Line Check: Efteling

Einen guten Park machen gute Attraktionen aus. Aber für einen gelungenen Tag sind auch andere Faktoren wichtig, denn kaum ein Besucher hält sich irgendwo länger auf als in den Warteschlangen und Stationen der Achterbahnen und Fahrgeschäfte. Dass dabei nicht jeder Freizeitpark überzeugen kann und welche es dennoch tun zeigt der Airtimers-Queue-Line Check!

Im Freizeitpark Efteling stand für lange Zeit fast ausschließlich die Funktionalität beim Bau von Wartebereichen im Vordergrund. Bei den älteren Attraktionen führt entweder ein einfacher Weg zum Einstiegsbereich, wie zum Beispiel bei der Loopingachterbahn Python oder aber man gelangt über ein platzsparendes Zickzackstangengewirr dorthin, wie es etwa beim Rafting Piraña und auch bei den Darkrides des Parks der Fall ist.

Während bei ohnehin wenig thematisierten Attraktionen wie der Python diese einfachen Wartebereiche gerade noch zu verkraften sind, fallen sie bei gestalterisch aufwendigeren Attraktionen wie etwa bei den Darkrides Droomvlucht und Fata Morgana negativer auf – hier ist die Diskrepanz zwischen Fahrt und einfallslosem Wartebereich einfach zu hoch, auch wenn die Thematisierung der Droomvluchtwarteschlange im letzten Jahr verbessert wurde.

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Im letzten Jahr wurde die Warteschlange von Droomvlucht thematisch verbessert – jedoch nicht grundsätzlich verändert: Weiterhin wird im Zickzack gewartet.

Viel Potenzial wird auch bei der Bobbaan verschenkt. Für die Attraktion wartet man in einem Waldstück unter einer nicht an das Schweizer Theming angepassten Holzüberdachung. Auch die Station ist – abgesehen von einigen verloren dastehenden Dekorationselementen – kaum thematisiert und wirkt zu kahl. Ein Blick in den Europa-Park zu dortigen Schweizer Bobbahn zeigt, dass es auch ganz anders geht.

Seit der Mitte der 1990er Jahre legte Efteling bei neuen Attraktionen zusehends mehr Wert auf die Konzeption der Queue Lines. Beim Madhouse Villa Volta (1996) wird das Warten auf die eigentliche Fahrt durch zwei Preshows verkürzt, die die Geschichte zur Attraktion erzählen – während vor den Shows noch recht herkömmlich gewartet wird. Bei der zwei Jahre später gebauten Dunkelachterbahn Vogel Rok werden zwar weiterhin die optisch störenden Zickzackreihen eingesetzt – doch gleichzeitig sollen die Fahrgäste auch hier vor der Fahrt auf diese eingestimmt werden. Dies geschieht durch einen zwölfminütigen Soundtrack, Effekte in der Station und in den Anfangsjahren auch durch eine Lasershow. 2007 wurde der Anstellbereich an das Besucheraufkommen angepasst und verkürzt und zudem thematisch noch einmal aufgewertet.

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Zickzackanstellreihe und Thematisierung treffen sich – die Station von Vogel Rok.

Das absolute Highlight unter Eftelings Wartebereichen bietet aber die 2007 eröffnete Darkride-Wasserachterbahn De Vliegende Hollander. Wie bei der Villa Volta lässt der atmosphärisch dichte Wartebereich das Warten nicht nur kürzer erscheinen, sondern ist ein wesentlicher Bestandteil der Attraktion. Das Besondere ist jedoch, dass die Geschichte der Attraktion nicht im Frontalunterricht-Stil erzählt wird – vielmehr können die Besucher gleich in die Rolle des Protagonisten Willem van der Decken schlüpfen, der sich am Ostersonntag von seinem Haus durch einen Schmuggelgang, Lagerkammern und Tavernen zum nächtlichen Hafen aufmacht, um dort seine verbotene Fahrt zu beginnen – immer simultan mit den Besuchern, die am Ende dann in die Boote der Bahn steigen.

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Dichte Atmosphäre in Eftelings gestalterisch wohl eindrucksvollstem Wartebereich – dem vom Vliegende Hollander.

Ein Express-Pass-System bietet Efteling nicht an. Da die dortigen Fahrattraktionen aber größtenteils hohe Kapazitäten haben und auch die Mitarbeiter normalerweise zahlreich vertreten sind und schnell arbeiten ist das auch nicht zwingend notwendig – und so können nur Rollstuhlfahrer und ihre Begleiter über die fast an jeder Attraktion vorhandenden Behinderteneingänge eine Abkürzung nehmen. Seit letztem Sommer wird den Besuchern an einer der wenigen Attraktionen mit eher geringer Kapazität, der Bobbaan, zudem die Möglichkeit geboten, sich an einer Single-Rider-Queue anzustellen. Gut bekannt ist diese Option jedoch noch nicht, sodass man dort oft nur einen Bruchteil der regulären Wartezeit zu verbringen scheint – momentan also noch ein echter Geheimtipp.

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Hässliches Stangengewirr in einer kargen Halle – die Queue vom Darkride Carnaval Festival lässt zu Wünschen übrig.

Größtes Manko bei Efteling sind die oft einfallslos gestalteten älteren Wartebereiche. Durch entsprechende Verbesserungen – nicht nur an der Thematisierung – könnte das gefühlte Warten deutlich reduziert und das Gesamterlebnis aufgewertet werden. Bei den letzten Updates der Attraktionen wurden zwar teilweise Verbesserungen vorgenommen, insgesamt nahmen die Wartebereiche aber nur eine kleine Rolle gegenüber den Arbeiten an den eigentlichen Attraktionen ein. Wenn Efteling in der Zukunft hier nachbessert und auch bei zukünftigen Attraktionen, wie etwa dem Dive Coaster Baron 1898 im nächsten Jahr ein gutes Warteerlebnis kreiert, könnte zu den von uns vergebenen drei Sanduhren noch etwas dazu kommen.

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De Efteling, Niederlande
Airtimers Queue Line Check

Bilder Copyright: Airtimers.com-Redakteur Mathias Cuypers (1-3) & Eric Rovers (4)

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