Berlin bekommt seinen Spreepark wieder

Seit 2001 warten die Fans des Berliner Spreeparks vermutlich sehnsüchtig auf diesen Moment und er scheint nun zum Greifen nahe: die Wiedereröffnung des traditionsreichen Freizeitparks ist anscheinend nur noch eine Frage der Zeit.

Die Grün Berlin GmbH soll dem zu Boden gegangenen Freizeitpark zu neuem Glanz verhelfen. Vielversprechend klingt dieses Vorhaben, denn die Gärten der Welt in Marzahn, sowie das Südgelände am Südkreuz, als auch das Tempelhofer Feld zählen zu den erfolgreichen Projekten der Grün Berlin GmbH.
Die momentane Verwaltung des Spreeparks arbeitet unter Hochdruck an einem Konzept, das schnellstmöglich erarbeitet und zu einem Vertragsabschluss führen soll.

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Der stillgelegte Powered Coaster

Ganze 10 Millionen Euro sollen in den nächsten Monaten in den verwilderten und verfallenen Freizeitpark fließen, um diesen wieder salonfähig zu machen.
Oberste Priorität hat hierbei die Räumung des Areals. Alle einsturz gefährdeten Gebäude und Bauten müssen entfernt werden. Außerdem will man den durch Asbest verseuchten Boden renaturieren und gefährliche Löcher im Boden schließen. Dafür sind allein 3 Millionen Euro veranschlagt.
Nun bleiben aber noch 7 Millionen Euro übrig. Diese sollen in die Sanierung des legendären und denkmalgeschützten Eierhäuschens fließen, das bereits 1837 eröffnete und zuerst als Schifferkneipe diente. In Zukunft soll das Eierhäuschen wieder zum Ausflugsziel #1 in der Region werden.

Außerdem holt man sich bereits frühzeitig Hilfe: Fördergelder sind bereits bei der Europäischen Union beantragt und werden bei Bewilligung maßgeblich zum Erfolg des Vorhabens beitragen.

Es bleibt jedoch noch abzuwarten, ob das 45 Meter hohe Riesenrad, das Wahrzeichen des Spreeparks, erhalten bleibt. Bei dem Rad sind die Bremsen nicht angezogen, sodass es im Wind mit dreht und nahezu spielerisch tanzt. Dieses nahezu poetische Schauspiel wurde dem Riesenrad jedoch zum Verhängnis, denn mittlerweile sind die Befestigungen der Gondeln extrem verrostet und verzogen, was ein Mitfahren unmöglich und sogar lebensgefährlich macht.

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Das geschichtsträchtige Riesenrad

Christopher Flade, der Betreiber der Spreepark-Fanseite berliner-spreepark.de und ehemaliger Tour-Guide, freut sich über die jüngsten Entwicklungen und ist Feuer und Flamme für die Wiedereröffnung:

„[…] Witzigerweise habe ich schon die letzten Jahre bei den Führungen immer mal wieder den Vorschlag gemacht, dass die Grün Berlin GmbH den Park übernehmen könnte. Das familienfreundliche Konzept vom Britzer Garten gefällt mir außerordentlich gut. Es gibt dort eine Parkbahn, Picknickplätze, einen Badesee, große Kinder-Wasser-Spielplätze, eine Festbühne mit wechselndem Programm und wunderschöne, erholsame Natur. Im Spreepark könnte man ein ähnliches Konzept, beispielsweise mit einem zusätzlichen Historischen Jahrmarkt oder einem Festplatz, Minigolf und den vorhandenen Fahrgeschäften fahren. Es ist natürlich schade, dass es wahrscheinlich kein typischer Freizeitpark wie früher wird, aber besser als eine Brache ist es auf jeden Fall.“

Der Bezirksbürgermeister Oliver Igel von der SPD wünscht sich übrigens den Erhalt des Riesenrads und ist großer Freund davon, dass der Spreepark kein Privatgelände wird.
Wir freuen uns ebenfalls über diese Entwicklung und drücken dem Spreepark und allen Beteiligten die Daumen, dass sich alles zum Guten wendet.
Auch wenn wir kein Tivoli Kopenhagen oder Wiener Prater bekommen, ist es schön, einen solch traditions- und geschichtsträchtigen Ort schnellstmöglich wieder mit Leben gefüllt zu sehen.

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