Chinakopie mal anders – Australien plant China-Park

Für gewöhnlich ist es in der heutigen Zeit nicht sonderlich schwer die Worte kopieren, plagiieren, nachbauen usw. mit dem Land China in Verbindung zu bringen, wird dort doch mittlerweile so ziemlich alles kopiert – vom kleinen Küchenmesser, bis hin zu kompletten Gebäuden.

Nun kommt aber die Besonderheit, welche diesen Artikel rechtfertigt, nämlich China in der Rolle des “Opfers”. In der australischen Kommune Wyong Shire, etwa 80 km nördlich von Sydney, soll ein 15,7 Hektar großer Freizeitpark entstehen, der ein Stück China nach “down under” bringen dürfte. Im Maßstab 1:1 sollen z.B. Nachbauten berühmter chinesischer Gebäude, wie etwa die Tore der „Verbotenen Stadt“ mit ihren roten Mauern und vergoldeten Dächern und ein neunstöckiger Tempel entstehen. Es wird aller Voraussicht nach auch ein Abschnitt im architektonischen Stil der Tang- und Song-Dynastien gebaut, mit kleinen Innenhöfen, typisch für ein chinesisches Viertel und ein weiterer Abschnitt im Stil der Ming- und Qing-Dynastien. Das Gefühl sich im China längst vergangener Zeiten zu befinden, soll durch einen Tempel, ein Theater und eine herrschaftliche Villa abgerundet werden.

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Man findet nicht nur im China Pavillon von Epcot chinesische Baukunst, sondern auch im …

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… Hotel Ling Bao im Phantasialand, eines der Hotels im zentralen Themenbereich “Asien”

Die Ziele des Projektes sind klar definiert: Der Park soll zu einer echten touristischen Konkurrenz zur Oper von Sydney werden. “Dieser Plan wird Wyong Shire in ein Mekka für Touristen umwandeln und Millionen von Dollar in die Region bringen. Dies wird sich auf die Wirtschaft der gesamten Region auswirken”, so Bürgermeister Doug Eaton. “Neben der Oper und der Harbour Bridge hat der Park das Potenzial, zu den größten Touristenattraktionen der Region zu gehören.” Des weiteren möchte man sich die wachsende Zahl chinesischer Touristen in Australien zunutze machen. Für Australien stellt China einen seiner wichtigen Handelspartner und den am schnellsten wachsenden Tourismusmarkt dar. 2011 haben rund 400.000 chinesische Touristen den australischen Bundesstaat New South Wales, in dem Sydney liegt, besucht und dabei mehr als 3,8 Milliarden australische Dollar (ca. 3 Milliarden Euro) ins Land gebracht.

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Auch der Kaiserpalast könnte Ziel der australischen Kopierbegierde werden.

Natürlich möchte man aber auch Arbeitsplätze schaffen. Von bis zu 1000 oder sogar noch mehr Arbeitsplätzen, nach Fertigstellung des Projektes, ist die Rede und das lässt sich “Australien Chinese Themepark”, der private Träger des Projekts, einiges Kosten. Hierzu sagte der Vorsitzende Bruce Zhong: „Es wird eine einzigartige Touristenattraktion im Wert von 500 Millionen australische Dollar (ca. 400 Mio. Euro) sein. Mehr als tausend Menschen werden dort beschäftigt sein und sie werden wirtschaftlichen Wohlstand nach Wyong Shire bringen” Der Baubeginn ist für 2015 geplant und eine Eröffnung des „kopierten Chinas“ soll für 2020 vorgesehen sein. Es bleibt also abzuwarten, inwiefern man die ehrgeizigen Ziele, Zeitpläne oder das Projekt im Allgemeinen aufrecht erhalten und umsetzen kann.

Bildquellen: 1: David Riedel | 2: Florian Rahner | 3: GNU-Lizenz (Wikipedia)

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