Der Fluch von Valhalla

Eine Attraktion mit einer Fahrzeit von sechs Minuten? Indoor? Wasser? Klingt nach dem Traum eines jeden Freizeitparkfans. Insgeheim hat sich in dieser Richtung wohl jeder schon mal seine persönliche Superattraktion ausgemalt. “Wenn Materialkosten egal wären, dann…” so in etwa die perfekte Ausgangssituation für den Bau der Überthemenbahn. Valhalla im britischen Blackpool kennt wohl irgendwie jeder. Immerhin dreht sich so langsam das 15. Jahresrad der Attraktion zu Ende. Alt, ja das stimmt wohl, vor allem im Kontext der vielen neuen Highlights, die wir jedes Jahr bestaunen dürfen. Wer denkt da schon an so einen alten Greis von Attraktion. Dennoch verbirgt sich hinter Valhalla so einiges Erstaunliches und irgendwie will die Faszination nicht abreißen. Nackte Fakten gefällig? 610 Meter lang, Spitzengeschwindigkeit bei guten 70 km/h und irgendwie eine der längsten Dark Ride-Anlagen der Welt. Klingt nicht schlecht. Finden auch die Besucher. Denn die Rennen Valhalla, vor allem im Sommer, wortwörtlich die Türen ein. Die Attraktion zählt nämlich zu den beliebtesten im Pleasure Beach Blackpool.

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Wassereffekte gehören zu Valhalla wie das A zum O

Grund zur Freude sollte man meinen, welcher Parkbetreiber würde sich da schon beschweren? Bis zu 2.000 Fahrgäste pro Stunde können in das nordische Walhall reisen. Die Attraktion ist beliebt. Jedes Jahr wieder. Andere Parks müssen da schon zusehen, etwas Neues auf die Liste der Attraktionen-Vielfalt zu zaubern. 16 verschiedene Szenen, 450.000 Liter Wasser pro Minute, 990 Kubikmeter Gas pro Stunde…, die Fakten sprechen für sich. Was so geliebt wird, sollte gepflegt werden, daher wurde 2012 auch renoviert. Valhalla lebt und die Effekte fliegen einem nur so um die Ohren, jedenfalls meistens (wir berichteten).

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Effekte der Firma Technifex treiben die Kosten in die Höhe

Jede Medaille hat in der Regel aber auch eine Kehrseite und diese liegt bei Valhalla nicht etwa bei dem ein oder anderen Effekt, der aufgrund der hohen vorhandenen Anzahl vielleicht mal eine Weile nicht funktioniert, sondern bei den hohen Betriebskosten. Parkbetreiber sind im Optimalfall an einem großen Gesamterlebnis der Besucher interessiert. Sie sind aber auch an Zahlen gebunden und in Zeiten der Gewinnmaximierung oftmals wohl mehr als weniger. Was einem Betriebswirt von monatlichen, laufenden Kosten von 147.000 Pfund in der Spitzensaison wohl durch den Kopf geht, dürfte eindeutig sein. Wofür? Größtenteils für die vielen Effekte und natürlich das Wasser. Das an sich wäre noch nicht so dramatisch, schaut man sich aber folgende Relation an, muss man sich zwangsläufig fragen, wie lange Valhalla wohl in der Form bestehen bleiben wird. Ein Drittel des Gesamtstromverbrauches des Parks wird nämlich von der Indoor-Attraktion verschlungen. Am Ende stellt sich also die spannende Frage, welche Strategie sich hier wohl durchsetzen wird: Einen Publikumsliebling behalten und mit den Kosten leben bzw. optimieren oder einen Publikumsliebling durch eine modernere Anlage ersetzen. Wohl wissend, dass es schwierig sein wird, den Erfolg zu kopieren.  

Pictures: Copyright inparkmagazine.com, Technifex

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