Der VR-Coaster und seine Möglichkeiten

Die Virtual Reality faszinierte Menschen schon über Jahrzehnte und durch Occulus Rift & Co erlebt die Technik in den letzten Jahren ein Revival. Der Europa-Park, genauer Mack-Media nahm sich dem Thema genauer an und testete die Brillen auf dem Megacoaster – mit Erfolg. Doch dauerhaft wollte man die Technologie erst mal “nur” auf dem parkeigenen Powered Coaster einsetzen und reservierte ab September drei Wagen beim Alpenexpress Enzian für interessierte Gäste.

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Der modifizierte Alpenexpress im Europa Park

Bei dem Flug mit den Maskottchen des Parks hat man auf eine Sache geachtet, die vor allem für Fans interessant ist. Und zwar wurde der eine leichte Schlag der Achterbahn für den Film genutzt, sodass in der virtuellen Realität das Gefährt hart auf einem Steg landet.
Dieses Detail lässt sicher Raum für mehr Überlegungen. VR-Enterprises in der virtuellen Waschmaschine? Was kann man aus vielen SLCs rausholen? Wir sind uns sicher, dass die Macher die markanten Fahreigenschaften überzeugend als Schlägerei darstellen könnten. Achterbahnen wie Furius Baco könnten simulieren, wie man auf einem Skateboard mit 135 km/h über Kopfsteinpflaster gezogen wird. Endlich würden die sonst so oft kritisierten Fahreigenschaften mancher Coaster so richtig Sinn machen.

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Testfahrten mit Furius Baco VR – Hoffentlich nicht!

Spaß beiseite, wo machen die Entwicklungen wirklich Sinn? Bei bestehenden Bahnen wie dem Alpenexpress wohl nur für eingefleischte Fans und Technik-Interessierte, da die Bahn ansonsten genug Optik zu bieten hat, vor allem der Innenraum, welcher sich mit der Wildwasserbahn geteilt wird, ist recht hübsch anzusehen.
Die andere Frage ist, ob es sich überhaupt lohnen würde eine Achterbahn, nur für das VR System zu bauen. Der Unterschied zu einem modernen Simulator mit Effekten wie Wind und Düften mag vielleicht zu gering sein, um die enormen Mehrkosten zu rechtfertigen. Besonders für den durchschnittlichen Besucher wird es keinen Unterschied machen.

Richtig Sinn macht das System also abseits der Fangemeinde nicht, allerdings ist es sicher eine interessante Option für Parks mit Achterbahnen, die weder ansehnlich thematisiert sind, noch eine vorzeigbare Aussicht bieten. Auf der IAAPA wurden Tests an dem Suspendedcoaster im FunSpot Orlando gezeigt. Oder man bietet es als Extra wie im Europa-Park an, um Gästen ein weiteres Erlebnis bieten zu können. Mit dem richtigen finanziellen Aufwand lassen sich sicher auch verschiedene Filme realisieren. Die Detailfreudigkeit beim Alpenexpress und die allgemein recht positive Resonanz der Gäste zeigt jedenfalls reichlich Potenzial. Wir beobachten die Entwicklung weiterhin mit der nötigen Skepsis, aber auch mit einer großen Portion Vorfreude!

Pictures Copyright: Europa Park, PortAventura

1 Kommentar

  1. Andrea sagt:

    D’accord

    Selten liest man einen so tollen, humorvollen Achterbahnartikel. Vielen Dank, ich hatte sehr geschmunzelt bei der Passage über die SLS oder andere “Folterbahnen”!
    Auch das Fazit kann ich für meine Familie nur bestätigen. Als Achterbahnfans sind wir nun ein paar Mal den VR-Ride auf dem Alpenexpress gefahren. Das war schon mal toll und interessant, wäre uns aber keine Extragebühr wert, da macht eine Fahrt auf Bluefire oder Silverstar im Europapark viel mehr Glücksgefühl!