Disney Museum zu Ehren von Erika Fuchs

Schwarzenbach an der Saale – nie gehört? Das könnte sich 2014 ändern. Denn zu Ehren der Schwarzenbacher Bewohnerin Erika Fuchs wird in genau diesem, wahrscheinlich den meisten unbekannten, Ort ein Museum errichtet. Wer war Erika Fuchs und was hat Disney mit ihr zu tun? Das ist leicht aufzuklären. Erika Fuchs gilt als erste Chefredakteurin der deutschen “Mickey Maus” Hefte. Das wäre soweit nichts dermaßen außergewöhnliches, dass man ihr ein ganzes Museum widmet? Richtig. Aber die Tatsache, dass sie auch von 1951 bis 1988 die Übersetzerin der Comics war, rechtfertigt dies schon eher. Erika Fuchs hat die Comics nämlich nicht einfach nur übersetzt, sondern mit ihrem Tun die deutsche Sprache maßgeblich beeinflusst. So erfand sie quasi die “inflaktiven, also auf den Wortstamm verkürzten Verben, beispielsweise für Geräusche (“schluck“, „stöhn“, „knarr“, „klimper”) und auch Vorgänge, die sich mit Lauten und auch Bildern nur sehr schwierig bis gar nicht darstellen ließen (” grübel”, zitter”). Diese Form der Verben nennt man ihr zu Ehren auch “Erikativ”.

Bild 1 Disney Museum zu Ehren von Erika Fuchs

“Dem Ingenieur ist nix zu schwör” von Daniel Düesentrieb ist eine der bakanntesten Schöpfungen von Erika Fuchs.

Am 17. Dezember 1906 wurde Erika Fuchs (geborene Petri) in Rostock als Tochter der emanzipierten Mutter Auguste Petri und des sehr strengen Vaters August Petri geboren. Über ihr Elternhaus sagte Erika Fuchs einmal: „Bei uns daheim wurde nicht argumentiert und nicht ausdiskutiert. Da wurde befohlen und gehorcht.” Drei Jahre lang besuchte sie die Volksschule, ehe sie ab Ostern 1913 auf die Höhere Töchterschule ging. Nicht zufrieden mit dem dort Gelehrten, beschlossen sie und ihre Freundin 1921 ein Gymnasium besuchen zu wollen. Da es aber in Ihrem Wohnort Belgard an der Persante nur ein reines Knabengymnasium gab, holte sie sich mit Hilfe ihres Vaters eine Sondergenehmigung des Stadtrates zum Besuch dieser Hochschule ein. Nach erfolgtem Abschluss 1926, ging sie das Kunstgeschichte Studium an, während dem sie auch ihren späteren Mann Günther kennen lernte.

Bild 2 Disney Museum zu Ehren von Erika Fuchs

Das Ankündigunsplakat für das Erika Fuchs Haus.

Nach dem 2. Weltkrieg arbeite sie zunächst für das deutsche Readers Digest als Übersetzerin, ehe sie durch diverse weitere Anstellungen 1951 den Chefredakteursposten der neu gegründeten Mickey Maus übernahm und dort die gesamte Zeit ihres Wirkens über enormen Einfluss auf die Geschicke und den Erfolg des Comics nahm. 1988 ging sie in den Ruhestand und verstarb 2005 im Alter von 98 Jahren in München. Sie wurde in Schwarzenbach neben ihrem 1984 verstorbenen Mann beigesetzt.

Bild 3 Disney Museum zu Ehren von Erika Fuchs

Am ehemaligen Wohnsitz erinnert eine Gedenktafel an die berühmte Übersetzerin.

Nun will man in ihrem Jahrzentelangen Wohnort Schwarzenbach a.d. Saale das 4,4 Mio. teure Erika Fuchs Haus bauen und ins Leben rufen, in welchem man unter anderem die Möglichkeit bekommen soll, sich wie die Namensgeberin, als Übersetzer zu versuchen. Das absolute Highlight des Museums, dürfte allerdings der Nachbau Entenhausen mitsamt Onkel Dagoberts Geldspeicher werden. Fertigstellung des Museums soll im Frühjahr 2014 sein und ab dann kann wohl kein eingefleischter Disney-Fan jemals mehr behaupten, noch nie von Schwarzenbach an der Saale gehört zu haben, denn dieses Museum dürfte zum absoluten Pflichtprogramm eines jeden Disney-Fans gehören.

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