Kennt man einen kennt man alle? Haunted Mansions im Vergleich!

Eine gute Attraktion verspricht in der Regel den nötigen Besucherzustrom eines Freizeitparks. Und wenn Konzepte nicht nur vielversprechend sind, sondern vom Publikum auch gut angenommen werden, dann werden sie nicht selten erneut gebaut, wenn auch in veränderter Form. Ein gutes Beispiel für dieses Prinzip ist die Haunted Mansion, welche es aus Anaheim auf die andere Seite der USA, in einen Vorort nach Paris, ins ferne Tokio sowie in stark abgewandelter Form nach Hong Kong geschafft hat.

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Die originale Haunted Mansion in Anaheim – ein Erfolgsrezept!

Ursprung allen Gruselns war hierbei das Ur-Disneyland in Anaheim. Walt Disney höchstpersönlich wollte eine Attraktion in seinem Park haben, welche den Besucher vom Kern des Geschehens, der Main Street USA, in ein verlassenes Landhaus führt, um dort in einem Laufgeschäft allerhand Mysteriöses zu erleben. Natürlich kam es dann ein wenig anders: das Laufgeschäft wurde ein Wegweiser für ein revolutionäres Ride-System, dem Omnimover oder hier: Doombuggie, welches allerdings zur etwa selben Zeit im gleichen Park in einem weiteren Darkride Gebrauch fand. Die Lage in Nähe der Mainstreet wurde ebenfalls verworfen. Zwischen Frontier- und Adventureland sollte sich das Haus letztendlich befinden, im Stil einer viktorianischen Villa im neuen Themenbereich New Orleans Square.

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Der floridianische Ableger erstrahlt in einem neogotischen Stil.

Das Irreführende an dieser Attraktion war das kleine Anwesen, indem man wirklich nur ein kleines Laufgeschäft vermutet, an welchem sich aber – für den Besucher nicht sichtbar – eine riesige Halle anschließt, in dem die eigentliche Themenfahrt untergebracht ist. Bevor man diese Betritt, kommt man durch das Eingangstor auf das Anwesen und einen Friedhof, welcher als Wartebereich dient. Allerlei lustige Sprüche auf den Grabsteinen unterhalten die Besucher während der Wartezeit, die Version in Orlando hat vor kurzem weitere interaktive Elemente erhalten. Obwohl das Haus einen mystischen Eindruck machen sollte, legte Walt Disney besonderen Wert darauf, dass das Äußere, und damit besonders der Garten, ins Gesamtbild des Disneylands passt und dementsprechend gut gepflegt und nicht überwuchert wirkt.

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Von Fans geliebt: die witzigen Grabsteine in der Queue.

Nach dem Betreten des Hauses gelangt man in einen der beiden Stretching Rooms, die Pre-Show der Attraktion. Es werden diverse Portraits gezeigt, welche zuerst einen anderen Eindruck erwecken, als beim Verlassen des Raumes, da sich die Bilder mit dem Raum in die Länge strecken. Hier kristallisieren sich schon die ersten Unterschiede heraus, gibt es in jedem Park noch einen Friedhof – auch wenn sich diese im Detail unterscheiden – funktionieren die Stretching Rooms je nach Park auch nach einem anderen Prinzip.

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Die berühmten Hitchhiking Ghosts namens Phineas, Ezra und Gus…

Dafür muss der unterschiedliche Grundaufbau erklärt werden. Beim nächsten Pendant, welches 1971 und somit zwei Jahre nach der stark verspäteten Eröffnung der Variante in Disneyland Anaheim in Orlando öffnete, bediente man sich an einem neogotischen Stil, welcher ebenfalls 1983 in Tokio verwendet wurde. Beide Varianten der Haunted Mansions wurden nach dem gleichen Grundriss gebaut. Durch die besondere Lage der Attraktion bleibt der Besucher im Stretching Room auf einem Level und die Decke des Raumes fährt nach oben. In Paris und Kalifornien hingegen wurden die beiden Attraktionen am Rande des jeweiligen Parks gebaut. Da an diesen Flächen die Disneyland Railroad vorbeifährt, musste der Besucher unter der Bahnstrecke hindurch laufen, da nur hinter dieser Platz für die große Halle der Themenfahrt war. Durch den Höhenunterschied funktionieren Stretching Rooms als Fahrstühe, sind allerdings nicht als solche gestaltet.

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… wurden sogar von Jack Black, Will Ferrell und Jason Segel in der Realität verkörpert!

Übrigens unterscheidet sich die Pariser Version weiterhin in grundlegenden Aspekten, denn in Frankreich hatte man ein Problem bei der Aussprache des Buchstaben H, sodass die Haunted Mansion im Disneyland Paris auf den Namen Phantom Manor hören muss. Die Lage direkt am See des Big Thunder Mountain im Frontierland ist atmosphärisch ähnlich mit Orlando, Tokio und Anaheim, doch das Äußere erinnert mit seinem viktorianischen Stil an das Haus aus dem Filmklassiker Psycho. Von der Storyline unterscheiden sich die ganzen Versionen nur nuancenhaft.

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Phantom Manor im Disneyland Paris wirkt nicht nur nachts mysteriös…

Beim Thema Haunted Mansions sei noch eine weitere Attraktion in einem Park – dem Disneyland in Hong Kong – zu erwähnen. Der Name Mystic Manor lässt zwar zuerst auf einen weiteren Ableger des Klassikers vermuten und das Setting bestätigt dies. Die atemberaubend detailreiche Front des Gebäudes ist stark von der Carson Mansion in Kalifornien inspiriert. Der Eingang hingegen befindet sich etwas neben dem Gebäude und kommt ohne Friedhof aus. Grundsätzlich ist das Thema zwar mystisch, aber nicht vergleichbar gruselig wie in den Haunted Mansions.

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Mystic Manor – der neuste Ableger der Haunted Mansions

Die Pre-Show besteht aus einer Erzählung der Storyline in Form einer Diashow, welche Lord Henry und seinen tierischen Freund Albert behandelt. Die Reise mit dem schienenlosen Ride-System ist auch eine Reise durch das Haus, wobei der Schwerpunkt aber auf eine ominöse Musikbox gelegt wurde. Einige Referenzen zur Haunted Mansion oder anderen Disney-Klassikern wie dem Enchanted Tiki Room findet man beim genauen hinsehen trotzdem noch. Demnach ist Mystic Manor nicht direkt eine Kopie der Haunted Mansion, bezieht aber die selbe Zielgruppe und ersetzt das Geisterhaus in Hong Kong formidabel.

Disney hat sich damit immer wieder an der gleichen Idee bedient, allerdings fünf Attraktionen geschaffen, die es alle Wert sind, gefahren zu werden und das Potenzial hatten, dem jeweiligen Park einen Aufschwung zu geben. Welche Attraktionen der Brachenprimus noch alles nicht nur einmal gebaut hat, erfahrt ihr den weiteren Teilen von Kennt man einen kennt man alle? Disney Attraktionen im Vergleich!

Bilder: Copyright Disney (Bild Bild 1, 4-7), Airtimers.com / David Riedel (Bild 2 & 3)

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