Ein Streifzug durch die deutsche Freizeitpark-Industrie – Teil 2: Mack Rides

In dieser zweiten Folge unser kleinen Serie über die deutsche Freizeitparkindustrie soll es nun um die Firma Mack Rides gehen, die man wohl ohne Übertreibung als den deutschen Branchenprimus bezeichnen kann. Die über 230 jährige Geschichte dieses Unternehmens ist so lang, und voller Highlights, dass wir sie hier unmöglich komplett wiedergeben können, und uns daher auf einige wenige Momente der Firmengeschichte konzentrieren wollen.

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Familie Mack : Die wohl erfolgreichste Familie in der deutschen Freizeit- Industrie


Alles begann im Jahre 1780 mit der Gründung einer Firma für den Bau von Fuhrwagen und Postkutschen durch Paul Mack, der es verstand sein Unternehmen mit sicherer Hand und viel Elan erfolgreich am Markt zu positionieren. Der erste Kontakt mit dem Gewerbe der Schausteller lies indes noch einige Jahre auf sich warten, genauer gesagt ganze 100 Jahre, denn im Jahre 1880 bekam die Firma Mack den Auftrag einen Wagen für den Transport einer großen Orgel zu entwerfen und zu bauen. Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit war wohl so überzeugend, dass von nun an immer mehr Aufträge aus den Bereichen Zirkus und Kirmes an die Firma gingen, und sich über die Zeit ein vertrauensvolles und freundschaftliches Verhältnis zu eben diesen Schausteller- und Zirkusunternehmen entwickelte. Als nächsten und wichtigen Schritt hin zur heutigen Ausrichtung der Mack Rides GmbH ist wohl das Jahr 1920 zu nennen, in dem sich die Firma das erste Mal aktiv an der Konstruktion von Fahrgeschäften für Jahrmärkte beteiligte, und bereits ein Jahr später seine erste Achterbahn aus Holz präsentieren konnte. Selbst in den Kriegsjahren von 1933 bis 1945 schaffte das Unternehmen es neben eher unerfreulichen Aufgaben noch seine Angebotspalette an Fahrgeschäften zu erweitern, und bietet zum Beispiel ab 1936 seine erste benzinbetriebene Bahn zum Kauf an. Nach dem Krieg ging es Schlag auf Schlag weiter mit den Vorstellungen neuer Achterbahnen und Fahrgeschäften – als Beispiel sollen hier die erste Bobbahn aus Holz und der Prototyp der Wilden Maus dienen, die in den Jahren 1951 bzw. 1957 vorgestellt wurden.
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Die erste Wilde-Maus aus dem Hause Mack wurde noch aus Holz gefertigt.

Diese zwei neuen, und für damalige Verhältnisse sehr spektakulären Anlagen, sind sicherlich auch einer der Gründe, warum sich immer mehr Unternehmer aus den USA für die Produkte der Firma Mack interessierten, und so für einen regelrechten Exportboom der Mack’schen Fahrgeschäfte in die neue Welt sorgten. In den folgenden Jahren wurde die Angebotspalette an Attraktionen, Achterbahnen und Fahrgeschäften immer weiter verfeinert und ausgebaut, bis in den Köpfen der damaligen Geschäftsführer Franz und Roland Mack Ende der 1960er Jahre die nächste spektakuläre Idee reifte, die dann auch mit der für die Familie Mack so typischen Zielstrebigkeit angegangen und umgesetzt wurde. “Man müsste einen Freizeitpark bauen, der uns neben dem Geschäft mit den ­vergnügungssuchenden Gästen auch noch die Möglichkeit ­böte, unsere Fahrgeschäfte für potenzielle Käufer in ansprechender Umgebung zu präsentieren”. Dieser oder ein ähnlicher Gedanke führte dann letztendlich zum 1975 eröffneten Europa-Park im badischen Rust. Ob die beiden Geschäftsleute zu dieser Zeit aber schon geahnt haben, dass ihre Idee einmal zum erfolgreichsten Freizeitpark Deutschlands werden würde, entzieht sich jedoch unserer Kenntnis. Zutrauen würden wir es ihnen aber.

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Noch etwas schlichter als der heutige Haupteingang, aber ein Meilenstein in der Firmengeschichte.

Nun hatte man also zwei sehr erfolgreiche Standbeine, die beide in den folgenden Jahren und Jahrzehnten systematisch ausgebaut und verbessert wurden. Als dann im Jahr 2005 Franz Mack in die Reihen der IAAPA Hall of Fame aufgenommen wurde, und nur drei Jahre später Roland Mack in den Vorstand eben dieses Weltverbandes der Freizeitindustrie berufen wurde, war man endgültig in der Weltspitze angekommen. Mittlerweile ist Roland Mack sogar der erste Deutsche, der die Präsidentschaft der IAAPA inne hatte, wobei selbst diese große Ehre ganz sicher nicht das Ende der Erfolge der Familie Mack und ihrer Firma bedeuten werden.

Pictures: Copyright Mack Rides, Europa-Park

4 Kommentare

  1. Daniel sagt:

    Kleiner Fehler. Roland Mack hat seit Anfang November nicht mehr die Präsidentschaft der IAAPA. Also viel mehr “Präsidentschaft inne hatte!” WILL MOREY ist der neue…;-)
    Endlich darf ich auch mal ein Korinthenkacker sein…

  2. sofabesetzer sagt:

    Danke für die Korrektur, da hast du gut aufgepasst.