Euthanasia Coaster – Der Tod kommt auf Stahlschienen

Es gibt ja auf unserem schönen Planeten so einiges, was uns nur ungläubig mit dem Kopf schütteln lässt, aber den sprichwörtlichen Vogel schießt der litauische Philosoph Julijonas Urbonas ab. Der junge Mann stellte nämlich bereits im Jahre 2011 im Rahmen einer Ausstellung zur „Zukunft der Menschheit“ am Trinity College in Dublin seine wahnwitzige Idee einer “Selbstmordachterbahn” vor. Dieses Projekt, welches wohl am ehesten zwischen Kunst und Architektur anzusiedeln ist, beschäftigt sich mit einer Achterbahn, die für jeden Mitfahrer garantiert tödlich ist. Urbonas stellt sich vor, dass Suizid willige Menschen aus ca. 500 Meter Höhe vertikal auf ca. 360 km/h beschleunigt werden, um danach durch sieben immer kleiner werdende Loopings zu fahren. Die bei dieser Fahrt entstehenden G Kräfte würden bei den Mitfahrern erst zu einer Ohnmacht, und schließlich zum Tode führen. Der junge Philosoph beschreibt seine Todesmaschine mit folgenden Worten: „Der Sauerstoffmangel im Gehirn sorgt für ein euphorisches Gefühl.“ Die Todes-Maschine solle helfen, „Menschen in einer humanen Weise und mit positiven Gefühlen zu töten.“

Natürlich hat dieser Plan auch verschiedenste Kritiker auf eben diesen Plan gerufen, deren Ansichten wir euch hier auch nicht verschweigen möchten. Zum Beispiel sagte Peter Saunders von der britischen NGO „Care Not Killing“: „Das Sterben eines Menschen kann nie human oder euphorisch sein“, und dass so ein „Gerät nichts mit wahrer Sterbebegleitung oder Sterbehilfe zu tun“ habe, meinte Derek Humphry, der Präsident einer US-Forschungsorganisation.

Zähneknirschend und widerwillig hat der Autor nun die Fakten zu diesem irrsinigen Projekt zusammengeschrieben, und freut sich diebisch auf das, was jetzt kommt: eine völlig sinnfreie Abfolge von Fragen, die sich mir aufdrängen, wenn dieses Projekt in ferner Zukunft – aller Wahrscheinlichkeit zum Trotz – doch einmal umgesetzt werden sollte.

    • Würde diese Achterbahn alleine, oder in einem Freizeitpark (Ablebelandia) stehen, und gebe es dort noch andere Möglichkeiten das Zeitliche zu segnen?
    • Wird es für ganz eilige Menschen einen Fastpass geben?
    • Würden die Bediener dieser Bahn einen angemessenen Lohn erhalten, um nicht in die Versuchung zu geraten die Bahn selber einmal zu testen?
    • Wie würde man so einen Coaster thematisieren, und ist das überhaupt wichtig?
    • Macht es einen Sinn Souvenirs für den Coaster anzubieten und wer würde diese kaufen?

…und so weiter und so weiter. Natürlich sind diese Fragen nicht ernst gemeint, und natürlich kratzen sie hart an der Grenze des guten Geschmackes, aber wie soll man sonst auf die Idee des Herren Urbonas reagieren wenn nicht mit Sarkasmus und Ironie?

Bilder © Julijonas Urbonas

2 Kommentare

  1. ventor sagt:

    Würde für “Ablebelandia” denn auch ein Eintritt verlangt??
    und wenn man trotzdem überlebt oder es sich anders überlegt. Wird der Eintrittspreis erstattet ??

  2. CoasterThor sagt:

    wie sieht es mit dem Coaster Count aus. Dürfte ich die Bahn ausnahmsweise schon vor der Fahrt markieren?