Ferrari World kündigt 100 Mitarbeiter und schränkt Öffnungszeiten ein

Kaum ein neuer Themenpark wurde im Vorfeld so sehr mit Vorschusslorbeeren überschüttet, wie die 25 Hektar große Ferrari World auf Yas Island in Abu Dhabi. Und was konnte bei dem weltweit größten überdachten Park, mit 20 Attraktionen rund um die italienische Kult Automarke und Formula Rossa, der schnellsten Achterbahn der Welt schon großartig schief gehen? Sehr viel, wie wir heute wissen. Denn seit der Eröffnung am 4. November 2010, ging es mit der Ferrari World in einer nicht enden wollenden Spirale abwärts. Ernüchterte Coaster-Enthusiasten zeigten sich von Formula Rossa wenig begeistert, da die auf dem ersten Airtime-Hügel angebrachten Trim Brakes den Zug gleich nach dem 240 km/h schnellen Rekordstart wieder massiv verlangsamen und auch die restlichen Attraktionen konnten bei den Besuchern keinen Blumentopf gewinnen.

Ferrari World Themepark Abu Dhabi Ferrari World kündigt 100 Mitarbeiter und schränkt Öffnungszeiten ein

Ferrari World - Ein Jewel in der Wüste, nur nicht sehr gewinnbringend

Nur knapp drei Monate nach der Eröffnung, ging der Eigentümer „ALDAR Properties“ im Jänner 2011 nahezu pleite und musste den Park um ca. 3,2 Milliarden Euro an die Regierung verkaufen. Das ein Freizeitpark auch von einer Regierung gut geführt werden kann, hat zwar schon der Ocean Park in Hong Kong ausreichend bewiesen, aber den Emiraten dürfte es dabei an Erfahrung und Fingerspitzengefühl fehlen. Zumindest lässt sich nur so erklären, weshalb der Park innerhalb eines Jahres noch immer nicht so recht durchstarten konnte und jetzt 100 Mitarbeiter vor die Türe setzt, die Gehälter der verbleibenden kürzt, ein Restaurant schließt und die Öffnungszeiten radikal einschränkt. Wer die roten Sportwagen im inneren der gigantischen roten Halle anhimmeln will, kann das jetzt nur noch von Dienstag bis Sonntag, jeweils von 11:00 bis 20:00 Uhr.

Ferrari World Bell Italia Ferrari World kündigt 100 Mitarbeiter und schränkt Öffnungszeiten ein

So stellt man sich in den Emiraten Italien vor: Klein und voller Ferraris.

Unter diesem Gesichtspunkt erscheint es schon fast als Wahnwitzig, dass der ehemalige Eigentümer „ALDAR Properties“ gerade einen 117 Millionen Euro teuren Wasserpark auf dem benachbarten Grundstück aus dem Boden stampft. Die Erwartungen an das 15 Hektar große Mekka für Wasserratten dürften jedenfalls enorm sein, immerhin gilt es jetzt zahlende Touristen für zwei Attraktionen nach Yas Island zu bringen. Der Traum der Emirate, zu einem Familienurlaubsziel à la Orlando und Disney World zu werden, dürfte jedenfalls weiterhin in weiter Ferne liegen.

Pictures: Copyrigt Ferrari World Abu Dhai

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