Gletscherschauspiel Hannibal – Antike Story, moderne Show

Was hat die legendäre Alpenüberquerung des karthagischen Feldherrn Hannibal mit Fallschirmspringern, Basejumpern, Skifahrern, Flugzeugen, Helikoptern und sogar Pistenbullys zu tun? Auf den ersten Blick natürlich nichts, denn immerhin starb Hannibal vor rund 2200 Jahren. Im österreichischem Sölden werden diese gegensätzlichen Elemente trotzdem regelmäßig kombiniert – im Gletscherschauspiel Hannibal! Seit 2001 wird die Show regelmäßig auf einer spektakulären Naturbühne am Rettenbachgletscher aufgeführt, welcher 3.000 Meter über dem Meeresspiegel liegt. In diesem April kam es zur ingesamt dreizehnten Aufführung, dieses Mal eine komplette Neuinzensierung von Hubert Lepka.

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Pistenbullys stellen im Gletscherschauspiel Hannibal die Elefanten der Alpenüberquerung dar.

Sechzehn Tage hat Hannibal der Überlieferung nach im Jahr 218 vor Christus benötigt, um sein mehrere zehntausend Soldaten und Reiter und eben 37 Kriegselefanten umfassendes Heer über die damals noch unerschlossenen Alpen zu führen. Mit den damaligen Möglichkeiten und einem deutlich kälteren Klima hat diese Unternehmung – sicherlich zu Recht – immer noch das Image einer beinahe unmenschlichen Leistung. In der Show wird dieses Image auf die heutige Zeit übertragen: In der antiken Überlieferung waren es der Willen und die Kraft von Hannibal, die die Natur bezwangen, im Gletscherschauspiel in Sölden sind es die technischen Errungen- und Gerätschaften, die das vollbringen.


Die verschiedenen technischen Geräte und Fahrzeuge sind in der Show allerdings nicht nur Selbstzweck, sondern übernehmen auch bestimmte Rollen aus der Hannibal-Geschichte. Das Heer des Feldherrn wird etwa unter anderem durch Motorcrossfahrer und Skifahrer dargestellt, während die berühmten Elefanten in Gestalt von Pistenbullys erscheinen, deren Fahrer diese übrigens ansonsten ganz regulär bedienen – immerhin befindet sich in und um Sölden auch ein riesiges Skigebiet. Hannibal, das ist natürlich in erster Linie viel Action, doch eben auch ein Schauspiel und so werden die wichtigsten Figuren, wie etwa Hannibal selbst, nicht von Geräten, sondern von echten Schauspielern gemimt. Den Erzähler übernimmt so zum Beispiel der aus dem Tatort bekannte Harald Krassnitzer. Insgesamt ist Hannibal ein wohl weltweit einzigartiges Event, das durch die Dunkelheit bei der Aufführung noch spektakulärer wird – denn so entfalten die aufwendigen Lichteffekte erst ihre vollständige Wirkung.

Eine der treibenden Kräfte und Sponsoren hinter der Entwicklung und Durchführung der Show ist übrigens Red Bull und deren Gründer Dietrich Mateschitz. Nicht gerade verwunderlich, denn sowohl die antike Geschichte, als auch die moderne Show passen perfekt zum flügelverleihenden Image des Energydrink-Herstellers.

In diesem Jahr fand das Gletscherschauspiel am 17. April statt. Eine Eintrittskarte (Stehplatz) war ab 40 Euro erhältlich, für Kinder und Jugendliche ab 22 Euro. Ein Sitzplatz kostete 53 Euro. Ein Termin für die nächste Aufführung ist aktuell noch nicht bekannt gegeben, dieser wird jedoch voraussichtlich im April 2017 liegen.

Pictures Copyright: Gletscherschauspiel Hannibal

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