Kennt man einen, kennt man alle? Space Mountains im Vergleich!

Eine gute Attraktion verspricht in der Regel den nötigen Besucherzustrom eines Freizeitparks. Und wenn Konzepte nicht nur vielversprechend sind, sondern vom Publikum auch gut angenommen werden, dann werden sie nicht selten erneut gebaut, wenn auch in veränderter Form. Ein gutes Beispiel für dieses Prinzip ist Space Mountain, welcher es aus Orlando auf die andere Seite der USA, in einen Vorort nach Paris und ins ferne Tokio, sowie nach Hong Kong geschafft hat.

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Space Mountain in Walt Disney World

Die Geschichte des ersten Space Mountain in Orlando beginnt eigentlich 4000 Kilometer entfernt im Ur-Disneyland Anaheim. Dort wurden 1959 die Matterhorn Bobsleds eröffnet, 16 Jahre später wurde das System neu interpretiert nach Orlando gebracht. Nämlich als Indoorachterbahn mit zahlreichen Effekten im Inneren. Geblieben sind die beiden duellierend verlaufenden Tracks und die speziellen Chaisen, welche immer einen Sitzplatz hintereinander gewähren und somit pro Zug gerade einmal sechs Personen den Weltraumflug erleben können. Um eine annehmbare Kapazität zu gewähren, wurden wie in Kalifornien zwei Tracks gebaut, obwohl zuerst sogar vier verschiedene geplant waren. Aufgrund des mangelnden Platzes und der Technologie, welche damals noch nicht fortschrittlich genug war, entschloss man sich letztendlich doch “nur” für die beiden Spuren Alpha und Omega.

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Eine der beiden Loading-Areas in Orlando

1977 war es dann auch an der Westküste soweit. Aufgrund der schlechten Platzverhältnisse war man gezwungen, ein kleineres Gebäude für die Attraktion zu errichten und gleichzeitig nur eine Spur zu bauen. Daraus resultierte auch ein neues Schienensystem, sowie neue Züge. Diese wurden trotz umfangreichen Renovierungen in Orlando nie gegen Kapazitätstärkere getauscht, in Anaheim dagegen fanden von Anfang an immerhin zwölf Passagiere in zwei Chaisen und Zweier-Reihen Platz, sodass die theoretische Kapazität identisch blieb. Die kalifornische Version hatte sich im Laufe der folgenden Jahre etabliert und man entschied sich sechs Jahre später dazu, im japanischen Disneyland bei seiner Eröffnung eine weitere Version des Klassikers zu präsentieren. Und obwohl noch zwei weitere Space Mountain Attraktionen folgen sollten, wurde keine gleichzeitig mit der Eröffnung des jeweiligen Parks fertig gestellt. Interessant ist außerdem, dass der japanische Space Mountain als einzige der fünf Attraktionen keinen On-Board Sound hat (zumindest keinen, der funktionieren könnte).

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Loading Area in Kalifornien

Bei diesem Stichwort muss nun auch ein “Sonderling” genannt werden, der Pariser Space Mountain, eigentlich als Discovery Mountain geplant und vielleicht wäre eine andere Namensgebung die bessere Wahl gewesen, hebt sich die Attraktion von allen anderen Versionen doch deutlich ab. Am Anfang der Planung war auch ein weiterer Klon der kalifornischen Version geplant, doch man entschied sich zum Glück für ein eigenes Projekt, welches zunächst noch größer werden sollte. Zum restlichen Discoveryland gesellten sich laut Planung Attraktionen wie ein Freefall Ride zum Thema 20.000 Leagues under the Sea, sowie etwas zum U-Boot Nautilus. Beide Konzepte wurden so nicht realisiert, zumindest nicht in Paris. 2001 fand man wieder Verwendung für die Idee und wurde im japanischen DisneySEA weiter verfolgt, bzw. abgeänderter Form realisiert.

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Die Ideen für Paris wurden in Tokio’s DisneySEA umgesetzt

Doch weiter zur eigentlichen Achterbahn: Zunächst einmal sind die Züge im Groben von normalen Vekoma-Loopingcoastern bekannt und das On-Board-Soundsystem ist ähnlich umfangreich und auch komplex wie das des Rock ‚n‘ Rollercoaster im Nachbarpark, wodurch leider auch bei der ein oder anderen Fahrt der Ton nicht sinngemäß funktioniert. Space Mountain Mission 2, wie die Bahn mittlerweile heißt, besitzt als einzige eine, beziehungsweise mehrere Inversionen. Zudem ist der effektvoll in Szene gesetzte Launch ein weiteres Erkennungsmerkmal der Bahn. Doch warum der Namenszusatz Mission 2?

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Der Eingang zur Version in Paris

Drei Jahre nach der Eröffnung des Disneyland Parks war es 1995 für Space Mountain – De la terre à la lune soweit und die Attraktion öffnete für das Pariser Publikum. Doch nicht nur die Hardware ist eine gänzlich andere, auch das Design driftet von der weißen Sci-Fi Front ab und findet sich in verschiedenen Metalltönen wieder, welche an ein Steampunk Thema erinnern und demnach den Geschichten von Jules Verne gerecht werden sollten. Zudem ist die Struktur des Gebäudes wesentlich ausgefallener und Detailreicher, an der Spitze des „Bergs“ ist zum Beispiel eine Rampe, die dem unerfahrenen Besucher denken lassen könnte, der Zug könnte nach passieren des Launchs in der Columbiad Canon tatsächlich in Richtung Mond rasen.

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Der Zug wird effektvoll in der Columbiad Canon gelauncht

Nach zehn Jahren wurde die Bahn dann umgebaut, denn der Ruf Vekomas, ungemütliche Achterbahnen zu bauen, bestätigte sich auch in dieser Attraktion. Nach dem Umbau fuhr die Bahn zwar besser, aber nicht alle Neuerungen waren direkt erfreulich. Die Warteschlange wurde die Sicht in das Innere der Attraktion beraubt, der orchestrale Soundtrack wurde zwar gegen einen moderneren eingetauscht, welcher allerdings lange nicht so imposant klingt und zu den neuen Effekten, welche wohl die einzige sinnvolle Neuerung waren, gesellten sich eine neue Zugfarbe und natürlich ein neues Eingangsschild, um den Besucher klar zu machen, wie viel sich geändert hat. Als Fazit kann man durchaus sagen, dass die Alleinstellungsmerkmale des Pariser Space Mountains zwar erhalten wurden, der Charme und das Konzept allerdings dabei auf der Strecke blieb.

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Die Station des einmaligen Weltraumfluges

Der neuste Space Mountain hingegen ist im gleichen Jahr mit dem Umbau in Paris gebaut worden und demnach keine zehn Jahre alt. Hier hat man sich im Gegensatz zu dem Park in Frankreich zu einer kalifornischen Kopie durchgerungen, letztendlich liegt der Unterschied nur in der Station, welche in Hong Kong nicht nur wesentlich kleiner ist, sondern im Gegensatz zu Anaheim und Tokio auch von keinem Raumschiff geschmückt wird.

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Space Mountain Hong Kong bei Nacht

Disney hat sich damit immer wieder an der gleichen Idee bedient, allerdings fünf Attraktionen geschaffen, die es alle Wert sind gefahren zu werden und das Potenzial hatten, dem jeweiligen Park einen Aufschwung zu geben. Welche Attraktionen der Brachenprimus noch alles nicht nur einmal gebaut hat, erfahrt ihr den weiteren Teilen von Kennt man einen, kennt man alle? Disney Attraktionen im Vergleich!

Bildquellen: mouseplanet.info, Wikimedia Commons, disneyshawn.com, disneygazette.fr

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