Kennt man einen kennt man alle? Tower of Terror im Vergleich!

Achtung! Dieser Artikel enthält Spoiler. Es werden zwar keine Details genannt, aber grundlegende Dinge zu Fahrablauf und Story erklärt.

Eine gute Attraktion verspricht in der Regel den nötigen Besucherzustrom eines Freizeitparks. Und wenn Konzepte nicht nur vielversprechend sind, sondern vom Publikum auch gut angenommen werden, dann werden sie nicht selten erneut gebaut, wenn auch in veränderter Form. Ein gutes Beispiel für dieses Prinzip ist der Tower of Terror, welcher es aus Orlando auf die andere Seite der USA, in einen Vorort nach Paris und ins ferne Tokio geschafft hat.

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Am Ende des Sunset Boulevards thront der Twilight Zone Tower of Terror

Als 1994 die Hollywood Studios in Orlando durch den Twilight Zone Tower of Terror komplettiert wurden, war die Freude groß. Ein echter Thrillride, der aber nicht stumpf auf Adrenalin setzt, sondern eine Symbiose mit einer gut erdachten Storyline, sowie einem atemberaubenden Theming bildet. Bis heute ist kaum ein Fahrgeschäft in so großem Umfang gestaltet worden.
Doch was bildet nun die Besonderheit der floridianischen Version? Nun, zu aller erst ist es die besondere Lage, der keine der nachfolgenden Kopien das Wasser reichen kann. Am Ende des Sunset Boulevard des Parks läuft man geradezu auf das Hollywood Tower Hotel zu. Die Sackgasse in dem sich das Fahrgeschäft befindet wird zwar auch von der Abendshow Fantasmic! und der Achterbahn Rock ‚n‘ Rollercoaster benutzt, allerdings bleibt der Tower of Terror auf die Ferne die einzige Attraktion, die bedrohlich am Ende der Straße thront. Durch die ausladende Lage gibt es genug Platz für einen Hotelgarten, welcher als Warteschlange genutzt wird. In der Hotellobby angekommen folgt das gleiche Prozedere wie bei der Version aus Kalifornien bzw. Paris.

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Der Hotelgarten wird geschickt als Wartebereich genutzt

Der Besucher findet sich in der Bibliothek des Hotels wieder und erfährt in einem der beiden Preshow-Räumen warum er denn nun hier ist. Danach kann man sich auf einen der vier Service Aufzüge verteilen. Hier besticht Orlando-Tower durch ein weiteres Merkmal, es gibt auf einer Ebene ganze vier Schächte, in denen die erste Szene der Attraktion gezeigt wird, ein Hotelflur, welcher von Geistern heimgesucht wird. Dadurch, dass diese Schächte nicht für den Fall vorgesehen sind, fährt der Fahrstuhl in der nächsten Szene vorwärts, durch den sogenannten 5th Dimension Room, wobei sich immer zwei Showschächte und ein Fallschacht einen 5th Dimension Room teilen und somit von der Front der Attraktion nur die beiden Fallschächte zu sehen sind. Es folgt die Fallsequenz, welche bei jeder Fahrt variiert und somit den Re-Ride-Faktor erhöht. Die Aufzugskabine wird um 90° gedreht und der Besucher verlässt die Attraktion durch den Souvenirshop.

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Der Tower of Terror in Paris und der in Kalifornien sind baugleich

Dank dem großen Erfolg entschloss man sich 10 Jahre später in Kalifornien ebenfalls zu einem Bau des Tower of Terrors. Nun hat Disney California Adventure in Anaheim nicht den Luxus an Fläche, den Orlando besitzt, sodass die Lage zwar immer noch durchdacht ist, allerdings nicht so entscheidend ist wie bei der Version in Florida. Dazu fehlt der üppige Hotelgarten, es muss eine mehr oder weniger schmucklose Zick-Zack-Warteschlangen neben dem Hotel herhalten. Die Lobby und die Preshow sind hingegen mit denen aus den Hollywood Studios identisch.

Knapp vier Jahre später erhielt der Walt Disney Studios Park im Pariser Disneyland eine fast exakte Kopie des mittlerweile bewährten Konzepts aus Kalifornien. Aufbau und Erlebnis sind beinahe dasselbe, mit dem Unterschied, dass man in Paris sowohl Preshow, als auch die Hauptfahrt auf Französisch erleben kann. Dazu gibt es in dieser Variante insgesamt nur drei Schächte und um eine passable Kapazität zu garantieren bewegte man sich dazu in jedem Schacht zwei Fahrzeuge fahren zu lassen, wobei immer eins beladen wird und eins unterwegs ist. Dadurch gibt es beim Einstieg zwei Ebenen mit jeweils drei Einstiegstüren. Da somit der Einstieg auch der Ausstieg ist, geht der Besucher beim Eintritt in den Fahrstuhl noch einmal durch einen Flur, welcher nachher als Ausgang benutzt wird.
Während der Fahrt wird der nächste Unterschied deutlich. Es gibt eine Szene vor dem Hotelflur, wo sich alle Insassen des Fahrstuhls im Spiegel sehen und nach einem lauten Donnern zu geisterhaften Erscheinungen werden. Die folgende Hotelflurszene ist die selbe wie in Orlando, nur dass der Spannungsbogen aus dem Element fortgesetzt wird und gekonnt der Fall folgt. Dafür muss – durch das Konzept mit den drei Schächten – auf einen 5th Dimension Room verzichtet werden. Vor- oder Rückwärts fährt die Chaise nur beim Be- oder Entladen.

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Der Tower of Terror in DisneySEA bei Nacht

Eine gänzlich andere Version entstand zum Jahre 2006 hin in Tokio. Vom reinen Aufbau her hat diese allerdings wieder starke Ähnlichkeiten mit Pariser/Anaheimer Version. In den drei Fallschächten wird man allerdings nicht in die Twilight Zone befördert, sondern man entschied sich aufgrund der fehlenden Bekanntheit für ein anderes Konzept und eine andere Story. Durch die zeitliche Anordnung der Geschichte ans Ende des 19. Jahrhunderts findet man den Tower of Terror in DisneySEA im viktorianischen Design, wobei sich vom Umriss die Ähnlichkeit zu den anderen Versionen nicht leugnen lässt. Zudem haben die Japaner wohl ein anderes Gefühl für Sicherheit als die Amerikaner: Statt des einfachen Zweipunktgurts der enorm viel Freiheit lässt, gibt es bei dieser Variante als einzige vom Auto her übliche Dreipunktgurte.

Disney hat sich damit immer wieder an der gleichen Idee bedient, allerdings vier Attraktionen geschaffen, die es alle Wert sind zu fahren und dem jeweiligen Park einen Aufschwung geben konnten. Welche Attraktionen der Branchenprimus noch alles nicht nur einmal gebaut hat, erfahrt ihr den den weiteren Teilen von Kennt man einen kennt man alle? Disney Attraktionen im Vergleich!

Bildquellen: disney.wikia.com, wdwlive.com, flickr.com

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