Six Flags Kentucky Kingdom – Das Drama geht in die nächste Runde

Das Drama rund um den Ende 2009 geschlossenen Freizeitpark Kentucky Kingdom scheint kein Ende zu nehmen. Denn gerade als keiner mehr so recht an eine Wiedereröffnung glauben wollte, erscheint Ed Hart, der ehemalige Eigentümer des Six Flags Parks, erneut auf der Bildfläche und unterbreitet einen 40 Millionen USD schweren Sanierungsplan. Dies ist bereits sein zweiter ambitionierter Versuch, den Park zu kaufen. Bis heute wurde vom Vorstand des Fair Boards keine offizielle Begründung genannt, weshalb die bereits seit Monaten andauernden Verhandlungen mit Hart im Oktober des letzten Jahres ohne Vorwarnung abgebrochen wurden. Hinter vorgehaltener Hand wurde jedoch gemunkelt, dass von Hart inakzeptable Forderungen bezüglich der staatlichen Unterstützung gestellt wurden.

SFKK Logo Six Flags Kentucky Kingdom – Das Drama geht in die nächste Runde

Die Hart-Gruppe will den Freizeitpark mit 40 Millionen USD sanieren

Genau so, wenn nicht sogar wahrscheinlicher, ist jedoch, dass das Fair Board mit der Familie Koch, den Betreibern der Holiday World in Santa Claus, bereits einen geeigneteren Kandidaten gefunden hatten. Ein Mietvertrag über 50 Jahre war damals schnell unterzeichnet und einer Wiedereröffnung des Parks als “Bluegrass Boardwalk” stand scheinbar nichts mehr im Wege… Dabei grenzt es schon fast an Ironie, dass die Kochs nur wenig später alle weiteren Verhandlungen abgebrochen und ein mehr als verdutztes Fair Board zurück gelassen haben. Als Auslöser für den überraschenden Rückzug wurde unter anderem der schlechte Zustand der stillgelegten Fahrgeschäfte genannt. Externe Gutachter schätzen den Wert des Parks zur Zeit auf nur noch 7 bis 9 Millionen USD.

SFKK Ed Hart Six Flags Kentucky Kingdom – Das Drama geht in die nächste Runde

Aber ist Ed Hart wirklich die letzte Chance für den geschlossenen Park?

Ed Harts neuer Sanierungsplan wird von drei bekannten lokalen Geschäftsleuten unterstützt, die gemeinsam 10 Millionen USD an Eigenkapital vorab für den Kauf einbringen. Für die restlichen 30 Millionen USD Bankkredit fordert die Hart-Gruppe eine staatliche Garantie, da der Staat Kentucky weiterhin der alleinige Eigentümer des Parks, einschließlich aller Verbesserungen durch die Hart-Gruppe bleibt. Weiters pocht Hart auf die gleichen Mietbedingungen, die bereits der Koch Familie zugesagt wurden. “Wir beabsichtigen, es dieses mal richtig zu machen. Wir wollen den alten Freizeitpark wieder zur beliebtesten Touristenattraktion in Kentucky machen. Und mit unserem Kapital können wir das auch bewerkstelligen”, erklärte ein Sprecher der Gruppe letzte Woche.

SFKK Bluegrass Six Flags Kentucky Kingdom – Das Drama geht in die nächste Runde

Die Familie Koch wollte den Park als Bluegrass Boardwalk wieder eröffnen

Aber wenn es so einfach wäre, wäre das Kentucky Fair Board nicht das Kentucky Fair Board. Dort hat man Ed Harts Antrag zwar zur Kenntnis genommen, aber noch nicht eingehend geprüft. Dies soll erst im Rahmen eines kurzfristig beschlossenen Ausschreiben geschehen, bei dem noch nach weiteren möglichen Betreibern gesucht wird. Mit einer Entscheidung, sofern jemand Interesse bekundet, kann frühestens in 60 bis 75 Tagen gerechnet werden. “Diesen zeitlichen Luxus haben wir nicht”, erklärte ein sichtlich frustrierter Ed Hart. “Wir bauchen 18 Monate Vorlaufzeit um den Park zu eröffnen. Diese Suche nach einem Alternativen Betreiber würde die Eröffnung um ein ganzes Jahr verzögern. Und in der Zwischenzeit verschlechtert sich der Zustand des Parks weiter. Wodurch unser Vorhaben immer aufwändiger und auch teurer wird.”

SFKK Shuttle Loop Six Flags Kentucky Kingdom – Das Drama geht in die nächste Runde

Der 33 Jahre alte Schwarzkopf Shuttle Loop verrostet langsam

Ob das ganze den Ärger Wert ist? Diese Frage kann auch Ed Hart nicht mehr mit Sicherheit beantworten. Und sogar Kentuckys Gouverneur Steve Beshear scheint langsam aber sicher die Nase voll zu haben. “Ich möchte nur sehen, welche Betreiber sonst noch Interesse hätten. Und dann, bei Gott, ist es wohl an der Zeit das wir uns für ein gutes Angebot entscheiden und das Kentucky Kingdom, oder wie auch immer es dann heissen mag, wieder eröffnen. Und wenn nicht, dann werden wir eben eine andere Verwendung für das Grundstück finden. Ich denke wir haben mit dieser Angelegenheit schon mehr als genug Zeit verschwendet”, erklärte er Ende der letzten Woche gegenüber den Medien. Die Zukunft des ehemaligen Six Flags Parks ist damit so ungewiss, wie selten zuvor…

Pictures: Copyright Six Flags Kentucky Kingdom

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