Nemesis vs. Nemesis Inferno – Der Kampf der Götter

Wir schreiben das Jahr 1990 – im englischen Alton Towers Resort plante John Wardley den Bau von der sogenannten Secret Weapon 1. Die Pläne sahen den Prototyp eines neuen Pipeline Coaster vor, ehe man umdenken musste, da es finanzielle und technische Probleme bei Arrow Dynamics gab. Doch auch das folgende Projekt, unter dem Codenamen Secret Weapon 2 war nicht erfolgreich. Erst im dritten Anlauf, fand John Wardley den geeigneten Achterbahntyp, als er von den Plänen zu Batman: The Ride in Six Flags Great America hörte. Zwei Jahre später war es dann so vollbracht: Nemesis – the Secret Weapon 3. Als Nemesis am 19. März 1994 eröffnete, war es der zweite Inverted-Coaster von B&M, einem Typ, der in den nachfolgenden Jahren zum echten Kassenschlager wurde.

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Alton Towers eröffnete mit Nemesis den zweiten Inverted Coaster der Welt

Ganz anders und um einiges unspektakulärer sieht da die Vorgeschichte zu Nemesis Inferno aus. Nach der Übernahme des Gebiets von Tussauds im Jahre 1998, eröffnete man eine Reihe neuer Attraktionen und Achterbahnen, bis im Jahr 2003 der bereits angesprochene Inverted-Coaster Nemesis Inferno eröffnet wurde. Doch was sind die Unterschiede zwischen beiden Achterbahnen. Der Enormste ist wohl das Setting der Bahnen, welches bei Nemesis in Alton Towers wohl einmalig ist. Da man im Gebiet rund um den beliebtesten Freizeitpark Englands keine Achterbahn oberhalb der Baumgipfel bauen darf, wurden aufwendige Felsarbeiten betrieben, in die Tiefe gebohrt und unnötiges Gestein weggesprengt. Zusätzlich mit künstlich angelegten „blutroten“ Wasserfällen, eigenartiger Kreaturen und einer ausgeprägten Bepflanzung entstand hier ein wahres Fest für die Augen. Zusätzlich passt sich die weiß-rostfarbende Schiene optimal an das Terrain an.

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Die jüngere der beiden Bahnen: Nemesis Inferno

Im Thorpe Park schlug man da den etwas schlichteren Weg ein. Man verkleidete einfach die Station mit künstlichen Felsen, bepflanzte den Bereich rund um die Achterbahn und gab den Schienen einen kräftigen Rot-Ton. Hier geht der imaginäre Punkt um weite Strecken an den älteren Bruder in Alton Towers, welcher aber wohl von keinem Inverted-Coaster auf diesem Planeten geschlagen werden kann. Doch kommen wir jetzt einmal zur Hauptsache des Ganzen, dem Layout. Die Fakten lesen sich einfach. Bei der Schienenlänge legen beide knapp über den 700 Metern und auch bei der Höhe liegen beide knapp an den 30 Metern. Gravierender Unterschied ist dabei aber der Höhenunterschied, der durch das außergewöhnliche Terrain bei Nemesis geschaffen wird. So kommt es, dass man gerade einmal einen 13 Meter Drop fährt ehe die erste Inversion (ein Corkscrew) folgt. Beim jungen Bruder nahe London, durchfährt man den typischen in der Kurve zu Boden gehenden Drop. Bei der Inversionenanzahl allerdings halten sich beide die Waage. Auf beiden Achterbahnen durchfährt man einen Looping, zwei Corkscrews sowie eine Zero-G-Roll.

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Durch steile Schluchten und über blutrote Wasserfälle gleitet Nemesis in Alton Towers

Für uns kann es hierbei allerdings nur einen Sieger geben und dieser heißt Nemesis und steht im Alton Towers Resort. Hier erwartet die Besucher wohl nicht nur ein einfacher Inverter, sondern ein einmaliges Erlebnis. Es ist vielleicht der Beste seiner Art, darüber lässt sich allerdings wie immer streiten.

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