Neuheiten-Check: Baron 1898, De Efteling

Baron 1898 – Ein wahrer Zungenbrecher, sofern man den Namen in der Landessprache Niederländisch ausspricht. So würde – der auf deutsch für uns doch recht einfach auszusprechende Name – nämlich Baron achttien honderd negenentachtig lauten. Um das Ganze zu vereinfachen wird man im zukünftig alltäglichen Sprachgebrauch wohl eher nur den Namen Baron hören wenn es um den neuen Dive-Coaster im niederländischen Efteling geht. Diesen konnten wir im Zuge der heute stattfindenden Pressefahrten testen und wollen euch unser Erlebnis in diesem Neuheiten-Check etwas näher beschreiben.

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Der Baron 1898 glänzt bereits von weitem.

Bereits seit April 2014 ist bekannt das man im viertmeist besuchten Freizeitpark Europas (laut TEA Report) für die kommende Saison in eine neue Achterbahn investiert. Auch, dass es sich dabei um einen Dive-Coaster aus dem Hause B&M handelt bleibt nicht lange ein Geheimnis. Insgesamt 18 Millionen Euro soll die neue Anlage verschlungen haben, wobei sicherlich ein Großteil in die wie gewohnt großzügige Thematisierung der Anlage gesteckt wurde. Wer bereits einmal in Efteling war weiß sicherlich das es im außerordentlich großen Parkgelände eine Ecke gibt, in der sich ein Großteil der Großattraktionen befindet – dem sogenannten Ruigrijk (Abenteuerland). Auch die neue Achterbahn wurde hier errichtet und befindet sich zwischen der Wasserachterbahn De Vliegende Hollander und dem Rapid-Ride Piranha. Hier erwartet einen bereits das imposante Stationsgebäude im Bergbau-Stil.

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Die Gebäude bilden ein ansprechendes Gesamtbild

Die eigentliche Warteschlange befindet sich allerdings außerhalb dieser Gebäude. So läuft man als erstes durch eine, zumindest noch, relativ kahle und unspektakuläre Landschaft umringt vom letzten Layout-Part des Baron 1898. Nach etwa zwei Drittel des Weges folgt bereits die Aufteilung zwischen erster sowie der hinteren Reihen. Bei sonnigem Wetter sollte man sich allerdings gut eincremen oder zumindest einen Sonnenschutz mitbringen, da der Großteil der Warteschlange leider keine Schattenplätze bietet. Nach dem unspektakulären Teil der Warteschlang, gelangt man dann, nachdem man Wertmarken mit seiner Reihe zugeteilt bekommen hat (diese könnten wohl zukünftig durch Münzen ersetzt), endlich in den ersten Vorraum. Hier warten gleich zwei Personengruppen auf den Einlass zum ersten Pre-Show Raum.

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Ein kleiner Blick in den Pre-Show Raum

Eins vorweg, wir wollen nicht zu viel verraten, allerdings wird hier erstmals auf die Backstory hinter der Gestaltung eingegangen. Mit überzeugenden Projektionen sowie einer ansprechenden Thematisierung stimmt diese Show erstmals so richtig auf die Fahrt mit dem neuen Dive-Coaster ein. Doch was wäre Efteling ohne eine Animatronic? Wer diese bislang vermisst, wird im zweiten Warteraum fündig. Hier werden die Gäste zugleich in ihre Reihen eingeteilt und können nebenbei der mehrsprachig programmierten Animatronic des Baron lauschen. Nun aber öffnen sich endlich die Tore und man sieht das erste Mal die stilechte Station. Im Mittelpunkt natürlich der dreigliedrige und insgesamt 18 Personen fassende Zug, welcher bereits auf seine nun gut eingestimmten Fahrgäste wartet. Doch auch das Drumherum überzeugt vom Boden bis zu Decke, denn auch dort findet man jede Menge Details im industriellen Stil. Nun aber schnell die Tasche in den leider etwas zu klein gebauten Schrank verstauen und in einem der Sitze platznehmen. Wenn nun der Operator den detailgetreuen Hebel in Bewegung setzt rollt der Zug los.

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Die Station überzeugt mit Details und authentischem Aussehen.

Kurz nachdem sich der Wagen das erste Mal in Bewegung gesetzt hat, bleibt er auch schon wieder stehen. Denn nun folgt eine weitere Pre-Show, in der die weißen Frauen den Fahrgast noch ein letztes Mal warnen die abenteuerliche Reise auf sich zu nehmen. Diese Warnung hält die entschlossenen Passagiere jedoch nicht davon ab, den ziemlich schnellen Lifthill zu erklimmen um anschließend in die Mine zu stürzen. Viel Zeit für einen entspannten Ausblick über Efteling bleibt nicht, denn drehen sich die gigantischen Förderräder erst einmal so gibt es kein Zurück.

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Es geht steil bergab! Der wohl spannendste Teil der Achterbahn.

Nach der gewohnten kurzen Haltepause am Rande des Abgrundes folgt der 37,5 Meter tiefe Sturz in die Nebelgefüllte Mine. Anschließend katapultiert der Zug mit einer Top-Geschwindigkeit von 90km/h in die erste Inversion – einem Immelmann. Die nachfolgende Zero-G-Roll grenzt an einer intensiven Helix. Das große Finale ist ein kleiner Bunny-Hopp, welcher allerdings bloß in der ersten Reihe für einen bemerkbaren Airtime-Moment sorgt. Mit der abschließenden Schlussbremse ist endet die etwa 130 Sekunden dauernde Fahrt. Wie bereits gewohnt verlässt man den Bahnhof über den obligatorischen Foto-Shop.

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Auch von der anderen Seite überzeugt das Gesamtbild

Wie sieht nun unser Fazit zu Baron 1898 in Efteling aus? Eines ist im Vorweg schon mal klar, diese Bahn ist vor allem etwas fürs Auge, denn sowohl die detailgetreuen Gebäude sowie der beeindruckende Lifthill sind wahrer Hingucker. Natürlich gibt es auch hier, wie bei so fast jeder Bahn, abstriche, wie die leider etwas einfallslose Warteschlange. Doch ist dies angesichts der folgenden – für eine Achterbahn eher ungewöhnlichen – Pre-Shows leicht zu verschmerzen. Die Bahn als solches bietet ein rundes Gesamterlebnis, welches das Angebot Eftelings vor allem für Jugendliche sowie Erwachsene gut komplettiert. Die Fahrt überzeugt vor allem dank des aufregenden Sturzes in den nebelgefluteten Tunnel sowie dem Verhältnis zwischen authentischer Gestaltung und moderner Achterbahn.

Baron 1898

De Efteling, Niederlande

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Pictures: Copyright Airtimers.com

5 Kommentare

  1. Fan sagt:

    Ohne dort gewesen zu sein, finde ich die Attraktion sehr stimmig und weit über dem Niveau, das man aus Deutschland gewohnt ist. Eftelings thematische Ansätze wirken nochmal um einiges stimmiger als die doch sehr spritzbetonlastigen Kreationen des Phantasielands und die zum Teil recht reduzierten Ansätze des Europaparks.

    Allerdings merkt man, dass Efteling sich dem Projekt nicht so stark verschrieben hat wie damals dem Fliegenden Holländer. Da die eigentliche Fahrtzeit bzw. der Streckenverlauf, meiner Meinung nach, keiner vollwertigen Achterbahn entsprechen, hätte man beim Wartebereich nicht sparen dürfen. Zumal eine großteils unüberdachte Warteschlange heutzutage eigentlich indiskutabel ist. Hier hätte ich mich über einen ähnlich oder zumindest ansatzweise so detailreichen Walk-Through-Wartebereich gefreut wie damals beim Fliegenden Holländer.

    Da gelungene Pre-Shows für mich oft das Highlight einer Attraktion sind, hoffe ich, dass diese sehr opulent ausgefallen sind. Ich bin darauf gespannt, sie erleben zu dürfen.

    Alles in allem, und ohne die Attraktion (als Gesamtpaket) erlebt zu haben, kann ich nicht ganz nachvollziehen, weshalb der Baron die volle Punktzahl von der Redaktion erhalten hat. Die Warteschlange ist laut dem Artikel nahezu komplett (!) unüberdacht und die Streckenführung ist, meiner Meinung nach, stark reduziert.

    Dennoch ist die Attraktion für mich persönlich eine der interessantesten Neuheiten in Europa seit langem.

  2. Andrea sagt:

    Ich hatte das Erlebnis den Baron gestern 2x fahren zu dürfen.

    Die schönste Bahn, die ich bisher fahren durfte. Autentisch anmutende Thematisierung außen und innen. Dabei gleitet das ganze, auch die Showeffekte, nie in den Kitsch.- oder Gruselbereich ab ist aber doch auch etwas tendy – Richtung Steampunk

  3. Andi sagt:

    Hallo “Fan”

    erst einmal danke für den ausführlichen Kommentar zu unserem Neuheiten-Check.
    Wir können deine Verwirrung bezüglich der Bewertung durchaus verstehen, allerdings ist diese Bewertung lediglich eine bildliche Untermalung des geschriebenen Checks. Im Falle des Baron 1898 waren sich allerdings unsere beiden Testfahrer einig, dass diese Attraktion als Gesamterlebnis bereits ein hohes Niveau erreicht. Auch eine Eins in der letzten Klasur muss nicht fehlerfrei sein und so können wir deine eigene Meinung gut verstehen hoffen allerdings dir mit dieser Erklärung ein wenig Klarheit verschafft zu haben.

    In diesem Sinne, wünsche ich viele tolle Fahrten auf dem Baron 1898

    Schöne Grüße
    Andi (Redaktion)

  4. Fan sagt:

    Ich wollte keine Kritik an der Bewertung üben. Zumal diese ja auch immer sehr subjektiv ist.

    Ich war nur verwundert, da es trotz offenkundiger Minuspunkte, wie dem kargen Wartebereich und der kurzen Fahrtzeit, zu einer vollen Punktzahl gereicht hat.

    Doch die hohe Bewertung scheint sehr für die Attraktion als Gesamtpaket zu sprechen!

    Wie gesagt, auch ich bin der Meinung, dass es sich bei Baron 1898 um eine der spannendsten europäischen Neuheiten der letzten Jahre handelt.

  5. Andrea sagt:

    2. Teil:

    (Sorry der Teil ging beim ersten Post wohl verloren. Ich füge diesmal keine Smilies mehr ein!)

    Sehr positiv ist mir in Efteling noch die Baron Singleriderline aufgefallen – dann geht’s bei Hitze in der Warteschlange ja auch schneller voran. Und man kann sich nach der wunderschönen aber kurzen Fahrt noch ein paar Wiederholungen gönnen.

    Zum Fahrgefühl:

    Der Baron fährt sich butterweich, ganz wie von B&M zu erwarten. Der Stop vor dem Drop gibt in allen 3 Sitzreihen die Möglichkeit gut in das nebelumflutete Loch zu schauen. Der Drop bringt eine genußvolle lange Airtime. Der darauf folgende Immelmann ist so sanft und schön zum Fahren, dass mir danach ein glückliches Dauergrinsen im Gesicht blieb. Der Rest der Fahrt ging leider immer sehr schnell vorbei.
    Nächstes Mal gönne ich mir dann mindestens 4 Wiederholungsfahrten.
    Keep on riding Baron 1898!