Rainbow MagicLand – Der Freizeitpark am Ende des Regenbogens

Seit einigen Tagen hat das Rainbow Magic Land der unter Freizeitparkfans noch eher unbekannten Rainbow Gruppe seine Pforten in Valmontone nahe Rom geöffnet. Rainbow, bis jetzt noch eher bekannt für ihre Zeichentrickserien wie etwa Winx Club, Tommy & Oscar, Monster Allergy oder die neueste Produktion Huntik, erstaunte letztes Jahr die Weltpresse mit der Bekanntgabe ihres ambitionierten Projektes, einen eigenen neuen Freizeitpark aus dem Boden zu stampfen, nicht schlecht. Neben dem hohen Investitionsvolumen von 500 Millionen Euro und die, von der in der Trickfilmindustrie tätigen Firma, erwartet erstklassigen Artworks halfen dem Projekt zu einer beachtlichen Resonanz und Aufmerksamkeit. Vor allem die Baustellen- und Fanfotos überzeugten durch anscheinend genial gethemte Attraktionen und Bereiche.

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Das von Außen pompöse Rainbow MagicLand

Von außen wirkt das Rainbow MagicLand, wie auf den bereits bekannten Bildern, atemberaubend. Dekoration, Theming sowie Attraktionen gehen flüssig ineinander und auch die Restaurants, Shoppingmöglichkeiten sowie Snackbars gliedern sich gut verteilt auf dem Parkareal. Man wollte hier ganz klar schon von dem ersten Augenblick an Eindruck schinden. Gallionsartig erhebt sich Shock, der Maurer LSM, über den künstlich angelegten See und rundet zusammen mit dem noch ertragbar kitschigen Schloss den monumentalen ersten Eindruck ab. Kitsch, das erwartungsgemäße Hauptthema des Parks, hält sich bis auf den kunterbunten Kinderbereich noch halbwegs in Grenzen. Obgleich man gerne bewusst über den regenbogenfarbenen VISA Shot&Drop hinwegsieht. Dem derzeitigen Soft-Opening Status nimmt man nicht einmal böse, dass mehrere der Hauptattraktionen wie etwa Shock oder Huntik noch nicht geöffnet haben.

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Coaster gibt es bereits einige - Wie hier, Orlandese Volante

Denn auch so hätte das Rainbow MagicLand, vor allem achterbahntechnisch, einiges zu bieten. Neben Shock stellte man noch einen Vekoma Mine Train mit zwei Lifthills, einen Indoor Maurer Spinning mit kurzer Außenpassage, einen Vekoma Familiencoaster und für die ganz Kleinen einen Wacky Worm in den Park. Daneben rundet das Angebot ein Suspended Darkride von Gosetto, ein Spillwater, die Raftinganlage und sogar eine schon fix angesetzte Show ab. Also im Allgemeinen genau derartige Attraktionen, die mit Thematisierung stehen oder fallen. Und in Anbetracht der teilweise prächtigen Außenfassaden vermutet man genau die Magie, die in den Artworks vermittelt wurde. Die Magie eines Regenbogens, zwar für erwachsene Menschen gewöhnungsbedürftig, aber vom ersten Eindruck ausgehend, ja, fast infizierend. Doch es kommt immer anders als man denkt.

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Das Rainbow MagicLand - Außen hui, innen pfui

Denn schon die prächtigen Außenfassaden und Dekorationen entpuppen sich aus nächster Nähe entweder wegen Sparmaßnahmen oder schlechter Verarbeitung als heiße Luft. Besonders die in Freizeitparks übliche Verarbeitung von billigem Glasfaser und Styropor für Themingelemente sind allgegenwärtig und in einer Art Disharmonie aus halbwegs brauchbarer und wirklich schlechter Qualität, dass selbst ein Laie die gravierenden Unterschiede bemerkt. Die selten verwendeten echten Materialien wie die aus Spritzbeton geformten Felsen bei dem Mine Train sind lediglich ein Tropfen auf den heißen Stein, der das besagte Kraut kaum mehr fett macht. Genauso enttäuschend zieht sich die Gestaltung um den Gosetto Inverted Darkride, aber auch um den Indoor Spinning Coaster fort. Denn wo bereits die Station des Indoor Spinning durch Kirmes Feeling überrascht und erfolglos auf ein einziges Themingelement warten lässt, setzt sich die schlechte Thematisierung in dem Inverted Gosetto Darkride fort. Wer etwas Ähnliches wie Droomflucht oder Peter Pan erwartet, wird maßlos enttäuscht sein, denn hier gibt es nur eher kleinere Oho-Effekte.

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Das schon gute Grundkonstrukt ist vorhanden - Arbeit gibt es aber noch viel

Nichts desto trotz steckt in dem jungen Park eine Menge Potential. Rom wurde nicht an einem Tag erbaut und dasselbe gilt auch für einen Freizeitpark. Der Besucherstrom aus der touristengefluteten italienischen Hauptstadt wird mit guter Werbung nicht so schnell abebben und schafft womöglich Nährboden für sinnvolle Erweiterungen, die der Park zugegebenermaßen noch nötig hat. Denn allein die Coaster könnte sich manch deutscher Park nur wünschen. Bewiesen ist hingegen, dass ein guter Freizeitpark nur schwer von Grund auf aus dem Nichts errichtet werden kann. Das Grundkonstrukt für einen genialen Freizeitpark ist da, jetzt liegt es an Rainbow die richtigen Schlüsse zu ziehen und die nötigen Schritte einzuleiten um das MagicLand in einen der Top Parks Europas zu verwandeln. Denn eines ist klar, bleibt Status Quo, muss man noch eine Menge Münzen in den Trevi Brunnen werfen um sich Besucher zurück nach Rom zu wünschen.

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