Neuheiten-Check: Der Schwur des Kärnan, Hansa-Park

Im September 2012 titelten die Lübecker Nachrichten: “Der Hansa-Park in Sierksdorf arbeitet an seiner nächsten Großattraktion. Park-Geschäftsführer Andreas Leicht bestätigte [...] ‘laufende Planungen für ein Fahrgeschäft, das nach derzeitigem Stand weltweit einzigartig sein wird‘.“ Bis jetzt, 33 Monate später, konnte man dieses Versprechen halten. Wie auf der Pressekonferenz bekannt wurde, wusste Google bis zum Premierentag der Achterbahn nichts vom geheimen Fahrelement. — An dieser Stelle ein Hinweis: Dieser Bericht enthält und erklärt einige Geheimnisse der Bahn. Diese „Spoiler“ werden durch graue Schriftfarbe und durchgehend kursive Schreibweise gekennzeichnet. Für das unbekannte Erlebnis überspringe einfach die markierten Passagen. – Und nun begeben wir uns in Kärnans Bann…

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Christoph Andreas Leicht berichtet euphorisch bei der Pressekonferenz über Kärnan

Kärnan spaltet. Nicht nur dass der Schwur kurz vor dem Einsteigen in die Züge über ein Zufallsprinzip bestimmt, wer in welcher Reihe zu sitzen hat, nein, er spaltet auch die Meinungen auf der Premierenfahrt. Doch auch diese Stimmen werden sich beruhigen. Gespalten werden in wenigen Wochen dann nur noch Familien, deren Mitglieder dann zu einem Teil weiter zur Schlange von Midgard gehen und die anderen sich in die Warteschlange von Kärnan begeben werden. Von außen wirkt der zurzeit noch weitestgehend unthematisierte Aufzugsturm der Achterbahn mehr als mächtig – von fast 80 Metern Gesamthöhe merkt man aber nichts. Ebenso bekommt man den Turm kaum in der Landschaft mit. An einer der tiefsten Stellen im Parkgelände platziert, nimmt man ihn von keiner Stelle im Park als störend wahr. Wenn man aus dem Süden auf der Autobahn an den Park heranfährt, entdeckt man ihn nur ganz kurz auf dem letzten Landstraßenabschnitt – und das Herz beginnt zu klopfen.

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Nicht störend – und 2016 sicher noch einmal ganz anders – der Kärnan-Turm

Begeben wir uns nun also in die Queue. Alle Personen ab 1,30 Meter Körpergröße haben Zutritt zur Bahn. Ein erwähnenswerter Fakt am Hansa-Park ist, dass man hier versucht nicht auf ein Alter zu gehen, sondern wirklich nur von der körperlichen Höhe der TÜV-Vorgaben auszugehen, um so möglichst vielen Gästen die Attraktionen zugänglich zu machen. Auf dem Weg zur Festung des Kärnan kreuzen wir das Hochfahr- bzw. Herzelement. Ebenso kann man einen kleinen Blick auf die schwarzwerdenden Schienen werfen, die im Turm verschwinden, aus dem zukünftig im 90-Sekunden-Takt die viergliedrigen Züge für jeweils 16 Personen schießen werden. Wenn man hier steht, spürt man den Boden vibrieren wenn die schreienden, von der Sonne geblendeten Gäste mit 127 Stundenkilometern auf die Reise in den Outdoor-Part geschickt werden. Wir besteigen die Festung. Man erkennt, dass hier bis 2016 die Zugbrücke installiert werden soll, und neben einem beginnen Zinnen die Sicht zu versperren und wieder freizugeben. Es geht auf den ersten Festungsteil und man erkennt das restliche Out-and-Back-Layout der Bahn: Nach dem Herzelement gibt es eine rechtsgeneigte Overbanked Curve, die mit einer Abfahrt in eine gleiche, aber linksgerichtete Kurve führt. Nach einem schnellen „Flug“ über den See geht es in eine knapp 180° lange Rechtskurve, die in einen Trick-Track-Bereich führt, in dem es einen wortwörtlich den Arsch wackeln lässt, wurde hier perfekt um die Herzlinie gebaut. Nach dem „Gerutsche“ im Wagen geht es durch eine enge, aber angenehme Rechtskurve in den Bunny-Hop mit unglaublich intensiver Airtime. Entspannung in der rückführenden Linkskurve mit weiteren Fluggefühlen in den kommenden Streckenmetern. Damit auch keiner die Bahn unterschätzt, geht es vor der kommenden Blockbremse noch einmal mit Ejecting Airtime in die Luft. Wenn der Takt stimmt, rollt man hier direkt wieder zurück in die Festung des Kärnan.

Betreten wir nun auch den massiven Betonklotz, denn vor 2016 darf man die Heimat der Achterbahn noch nicht schön reden – aber dafür hat man zweimal was davon. In der Innenqueue darf man sich auf viele thematisierte Räume und Abschnitte freuen, denn wurde hier viel Platz gelassen. Da der Hansa-Park kein Freund von Zick-Zack-Lines ist, gehen wir auch hier davon aus, dass man auf dem Weg zu Kärnan keinen Drehwurm bekommen wird. Am Ende steht eine kleine Wendeltreppe. Hier klopft man, um mit 15 anderen Wagemutigen eingelassen zu werden. Abgegeben werden nun alle, und der Park meint wirklich alle losen oder möglich-losen Gegenstände. Und eigentlich ist es der TÜV, denn wie wir später noch Schlussfolgern werden, verlangt der Schwur wirklich Opfergaben. Dann sollte auch kein Mobiltelefon darunter sein; deswegen: Alles abgeben. Das umschließt seit dieser Saison, ebenso wie beim Fluch von Novgorod, Brillen, auch mit Brillenband. Also: Kontaktlinsen tragen, wer bei Kärnan die Ostsee entdecken möchte. Zurück zu den Schließfächern: Dafür hat der Park sechs Stück, also auch an vollen Tagen wird keiner darum herumkommen seine Habseligkeiten los zu werden. Danach wird man über zwei verschiedene Räume in den bereits angesprochenen Entscheidungsraum gebracht.
Der Schwur des Kärnan schlägt zu, in dem man sich zwar klassisch in eine von vier Reihen á vier Personen anstellen kann, aber dann nach und nach sich einzeln die Tore vor einem öffnen und dahinter sich eine von vier Türen. So muss man den Weg wählen, um zu seinem Sitzplatz zu kommen.
Jetzt steht man also vor den Wagen. Jene sind nicht pompös gestaltet, sondern eher schlicht und enthalten ein noch geheimes Element: Ein fünfzähniges Zahnrad. Dieses findet sich auch auf vielen Türen wieder. Hier werden wir wohl erst 2016 wissen, um was es sich thematisch handeln wird. Haben wir nun Platz genommen, in den von Karacho in Tripsdrill bekannten Infinity-Coaster-Sitzen von Gerstlauer, geht es auf die 1.235 Meter lange Strecke.

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Hinter dem letzten Fahrgast am Tag, schließt sich das Tor der Festung

Nun beginnt die eigentliche Fahrt: Nach einer Linkskurve verlassen wir hier die Station und rauschen einige Meter in die Tiefe – es wird dunkler und dunkler – um nach Wiederaufstieg noch einmal etwas nach links zu fahren. Und da erhebt sich im Fastdunklen auch schon der Lift. Wir begeben uns auf den 73 Meter hohen Aufstieg. Doch hier ist nichts wie es scheint. Inzwischen hat es durch die sozialen Medien die breite Masse erfahren. Denn im Aufzugsturm von Kärnan wartet der weltweit erste Rückwärts-Freifall in einer Achterbahn auf uns. Bei ca. 60 Metern Höhe hält der Wagen an. Man hört einige technische Geräusche. Bis 2016 wird es wohl auch nicht mehr sein, denn es ist stark davon auszugehen, dass all diese im Moment sehr technischen Abläufe in der kommenden Saison mit einem großartigen Storytelling verbunden werden und einem die Gänsehaut überkommt, wenn einen der Schwur im Lift anhält. In der Hoffnung, dass kein normaler Fahrgast hier Todesängste erleiden muss, geht es unerwartet ca. 40 Meter in die Tiefe, davon ca. 15 Meter im freien Fall, der einem durch die liegende Position sehr sanft vorkommt. Ebenso wurde ein extrem langer und ruhiger Bremsweg eingebaut, dass man gar nicht so recht weiß, wie man seine Gefühle beschreiben soll. Der Fall ist länger als der wissende Fan gedacht hat, aber wie auf der Pressekonferenz von Parkchef Andreas Leicht angekündigt, extrem Familienfreundlich. Nach einigen Sekunden kommt die Kette wieder an einen herangefahren und es geht in zügigem Tempo Richtung Turmspitze, bevor man leicht in der Geschwindigkeit reduziert über die 73 Meter Maximalhöhe fährt, um dann auf dem um über 90° gedrehten First Drop in die Freiheit zu schießt.

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Turm und Herzelement – Das neue Hansa-Park “Signature”

Abgesehen von dem absolut neuartigen Herzelement, welches in Kooperation von Hansa-Park, Ingenieurbüro Stengel und dem Hersteller Gerstlauer entstanden ist, könnte man bei der Bahn von einem Potpourri der besten Stengel-Elemente sprechen. Die Abfahrt ist durch den kurzen und gleichzeitig breiteren Zug viel intensiver als bei Expedition GeForce im Holiday-Park in Haßloch. Das anschließende Hochfahrelement durchfährt man auch schneller als es von unten aussieht. Brillenträger, die an Kontaktlinsen gedacht haben, haben kaum Chancen die Ostsee zu entdecken, so schnell geht es durch das pulsierende Herz. Es fährt sich angenehm, auch wenn man auf den äußeren Plätzen vom Wagen schon kräftig durch die Luft gezogen wird. Wer zum ersten Mal und nicht so oft Achterbahnen fährt, dem empfehlen wir daher eher einen der inneren Plätze zu wählen. Die Bahn ist, passend zum Element, hart, aber herzlich.
Genauso wie das finale Element nach der vorhin angesprochenen Blockbremse. Denn nachdem man kurz durchatmen und das Blut nach dem Airtimemoment wieder zurückfließen konnte, geht es in eine Heartline-Roll, die eine Hangtime von nie da gewesenem Ausmaß besitzt. Hier steigt einem doch noch der letzte Milliliter Blut in den Kopf, bevor es weiter geht in die Rechtskurve vor der Schlussbremse, aus der man in den Ausstiegsbereich rollt. Hier gibt es dann wieder die Taschen, Handys und Brillen zurück.
Nach einigen Metern stößt man dann auf die neuen Kärnan-Boutiken, in der man allerlei Schwur-Souvenirs erwerben kann. Highlight für den ein oder anderen ist hier sicher die Soundtrack-CD „Der Sound des Kärnan“, welche exklusiv von IMAscore für den Park produziert wurde. Dieser CD werden wir uns in den kommenden Tagen noch einmal im Detail widmen.

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Der Shop lässt Fanherzen höher schlagen

Was bleibt letztendlich zu sagen? Der Hansa-Park setzte sich vor drei-vier Jahren das Ziel, einen Family-Thrillride zu bauen. Gewünscht wurde sich eine Achterbahn, größer als der Fluch von Novgorod. Dies hat der Park nun mehr als eindeutig erfüllt. Doch ist Der Schwur des Kärnan immer noch eine Familienattraktion? Ja und nein. Die Achterbahn wird ihre Gäste spalten. Die, die sich trauen und mitfahren, und eben jene, die unten auf die Historienjäger warten. Die Familie wird also geteilt. Aufgrund der Beschränkung von 1,30 Metern – das entspricht übrigens ungefähr sieben- bis zehnjährigen – kann zumindest die ganze Kinder- und Jugendbande der Familie einsteigen. Ob sich Oma und Opa noch dazu setzten, bleibt abzuwarten. Doch soll dies nicht den unglaublichen Mut des Parks schmälern, eine solche Attraktion in Angriff zu nehmen. Erstrecht nicht, wenn er dafür sorgt, dass man die Definition von Hyper-Coaster ab dem 1. Juli 2015 ändern muss. Wurden bisher solche Anlagen vor allem von Arrow Dynamics, Intamin und Bolliger & Mabillard gebaut, so verändert diese Gerstlauer Anlage doch das Bild der Möglichkeiten bei jenen Höhen- und Geschwindigkeitsbereichen. Wo sonst nur Out&Back-Layouts mit Airtime-after-Airtime entstanden und nur eine Helix am Ende mal etwas Kopfbewegung erforderte, schafft es die Firma aus Münsterhausen einen völlig neuen Adrenalincocktail zusammen zustellen. An manch einer Stelle der Bahn ist man vielleicht fast ein Ticken zu schnell und es fehlen am Ende kurze Erinnerungsstücke an das ein oder andere Bahnelement, doch ist dies Meckern auf höchstem Niveau. Auch wenn Der Schwur des Kärnan aktuell nur zu fünf Prozent thematisiert ist und es im Lift vielleicht mal ein bisschen länger braucht, kann man hier allen Beteiligten nur zu vollen fünf von fünf Check-Sternen gratulieren. Denn das, was hier entstanden ist – und noch entstehen wird (da sind wir uns sicher) – hat Weltniveau und muss sich vor keiner anderen Anlage verstecken. Eine zweite Prüfung im kommenden Jahr, werden wir aber trotzdem durchführen – müssen.

Der Schwur des Kärnan

Hansa-Park, Sierksdorf (Schleswig-Holstein)

Testcheck50 Neuheiten Check: Der Schwur des Kärnan, Hansa Park

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Kärnan fährt den Hansa-Park in neue Höhen

Fotos © Airtimers.com

4 Kommentare

  1. Marc sagt:

    Respekt, tolles erstes Review der Bahn.
    Da komme ich glatt ins überlegen, obs in ein paar Wochen nun Heide- oder Hansapark wird… ;)
    Die Stärke des Hansapark liegt hier wieder mal in der Thematisierung, auch wenn dies erst sukzessive eingebaut wird. Das dies prima funktioniert haben sie bereits mit dem Fluch von Novgorod bewiesen.
    Immer noch können sich da andere Parks eine Scheibe von abschneiden. Die Disneyparks machen dies zwar vor, dort fehlen allerdings die Thrill-Rides (was natürlich auch ok ist), Efteling schafft dies ein wenig beim Fliegenden Holländer, was Effekte und Queue angeht (Baron noch nicht getestet), der Rest, insbesondere die langweiligen Wartequeues sind mMn unterirdisch.
    Phantasialand hat den Thrill, aber mit Ausnahme der tollen Chiapas, die ein Schritt in die richtige Richtung geht – aber eben eine Wasserbahn ist – ist auch hier eher Zweckmäßigkeit vor Schönheit angesagt.
    Ich bin jetzt richtig neugierig auf Kärnan :)
    …auch wenn mich der Gedanke an stundelanges Anstehen bei 35°+ ein wenig …besänftigt.

  2. Torben sagt:

    Ich stimme Marc zu.
    Allerdings mache ich mir sorgen um die Wartezeit.
    Wenn im 90 Sekunden Takt die Züge fahren, wäre das
    eine Kapazität von 670 p/h. Erscheint mir für so eine
    Bahn ziemlich wenig

  3. Vincenoir sagt:

    War heute im Kärnan, ich bin kein Achterbahnexperte, bin aber schon einige gefahren…diese Achterbahn zog mir die Schuhe aus, so krass bombe fett war der Ride. War 2x, wo man sitzt ist Random da gehen in som Raum Türen auf, und da geht man hin. Hatte Glück, saß Reihe 4/4 und 1/4…der Frontsitz war der Hammer!
    Der Start vom Novogorot Fluch ist geil, der Rest vom Ride aber Langweilig im ggs zu Kärnan.
    Absolute Empfehlung!

  4. Marco sagt:

    Auch ich bin mittlerweile den Kärnan gefahren. Nach der ersten Fahrt muss ich sagen, dass ich auch innerlich gespalten bin. Mein Respekt und mein Muffensausen vor der Bahn waren schon sehr groß, nur noch übertroffen von meiner Erwartungshaltung.

    Ich habe mich um halb 6 angestellt, und die Wartezeit sollte ungefähr 60 Minuten betragen. Die Bahn hat mir den links äußersten Platz in der letzten Reihe zugewiesen. Nach der Dunkelfahrt , ging es dann in den Turm. Durch nicht angekündigte Spoiler in den ersten Presseartikeln wusste ich was mich erwarten würde. Also wartete ich gebannt darauf, wie krass der Rückwärtsdrop wohl sein würde. Das Warten macht einen mehr kirre als der eigentliche Thrill. Das rückwärtige Fallen letztendlich ist sanft und extrem langweilig. Wenn man dieses Element einmal kennt, ist es total überflüssig.

    (Wieso der rückwärtige Drop eine Weltneuheit darstellt, ist mir auch nicht so ganz klar, da meiner Meinung anch die Bahn Deja Vu aus Amerika ein ähnliches Element hat. Aber vielleicht kann man ja noch im Dunkeln ergänzen. Dann könnte es wieder passen.)

    Mittlerweile hat man gefühlt Minuten in diesem Turm verbracht. Ich denke auch, dass hier viel der Story erzählt werden wird, aber von diesen extensiven Thematisierungen bin ich eh kein großer Fan.

    Dann ging es wieder hoch und meine Aufregung stieg wieder an. Nach zügigem Tempo wird es dann oben wieder langsamer und der Drop beginnt. Ich weiß nicht ob ich mittlerweile zu hart gesotten bin, aber der Drop hat mich nicht sehr beeindruckt. In meiner Erinnerung sind die Drops der G-Force und vom Silverstar insbesondere in den hinteren Wagen deutlich extremer.

    Was mich nach dem Drop doch sehr enttäuscht hat, ist das die Bahn extrem rappelig ist. Das Streckenlayout ist ansprechend, aber das was mir dominierend in Erinnerung geblieben ist, dass der Zug immer wieder abrupt ruckartig zur Seite geneigt wurde. Diese Bewegung empfand ich als unangenehm und lenkt meine Aufmerksamkeit von der eigentlichen Fahrt ab. Vom Herzelement hätte ich auch mehr erwartet, da es sich weniger spektakulär fährt als es von außen aussieht.

    Nach dem Bremsen, dann das für mich ebenfalls völlig überflüssige langsam im Dunkeln gefahrene Überkopfelement, bevor es zurück in den Bahnhof geht.

    Fazit: Sicherlich keine schlechte Bahn, aber meine Euphorie ist gebremst. Als Top 1 in Deutschland sehe ich Sie definitiv nicht. Vielleicht muss ich mich auch erst mal an die Bahn gewöhnen. Gespannt bin ich auf Fahrten auf anderen Sitzplätzen. insbesondere auf einem der inneren Sitzplätze in der Front-Row.

    Zur Thematisierung: Grundsätzlich habe ich nichts gegen eine Thematisierung, finde eine gewisse Thematisierung auch ansprechender als eine „nackte“ Bahn auf einer grünen Wiese. Es ist auch OK, wenn zu Beginn die Fahrt durch eine Thematisierung führt. Ich finde aber, dass der Hansa Park es damit etwas übertreibt. Dunkelfahrt vorher, wieder Turm, wieder 90 Grad , dann Pause, dann Fall Rückwärts, dann Pause, dann wieder Hoch, dann die eigentliche Fahrt, dann Bremsung, dann Dunkelfahrt, dann Rolle, dann Einfahrt in den Bahnhof. Ich empfinde das, wie gewollt und nicht gekonnt. Das alles vor dem Hintergrund, dass aktuell niemals alle 90 Sekunden ein Wagen den Turm verlässt. Die Fanreporter vom Forum Hapa-Reporter haben ermittelt, dass nur ca. 230 Personen pro Stunde fahren können.

    Und jetzt bitte alle Achterbahn-Fans mal Hand aufs Herz. Wer würde auf den Rückwärtsdrop und die Heart-Roll verzichten, wenn er dafür die Bahn doppelt so oft fahren könnte, weil die Wartezeit um 50% reduziert werden könnte.