SeaWorld wechselt mit Kinofilmen, Hotels und Asien auf die Überholspur

Es ist nicht alles Bier, was glänzt. Unter dem Dach des Anheuser-Busch Konzerns hatte der US Freizeitpark-Betreiber “SeaWorld Parks and Entertainment” jahrelang einen schweren Stand und sämtlich Vorschläge zu einer Erweiterung des Kerngeschäfts stießen auf taube Ohren. Kein Wunder. Freizeitparks und deren Besucher waren den gestandenen Bierbrauern völlig fremd und bevor man ein Risiko einging, wollte man lieber in Seelenruhe weiter Bier verkaufen. Der Befreiungsschlag erfolgte erst Ende 2009, als das Unternehmen für 1,85 Milliarden Euro an die New Yorker Blackstone Investmentgruppe verkauft wurde. Diese hatte sich bereits vier Jahre zuvor den britischen Betreiber Merlin Entertainments einverleibt und zu unerwarteten Höhen geführt.

SeaWorld Discovery Cove SeaWorld wechselt mit Kinofilmen, Hotels und Asien auf die Überholspur

Sea World Discovery Cover - Mit Meerestieren auf Tuchfühlung

Und auch wenn manche bezweifelten, dass Blackstone dieses Kunststück ein zweites mal gelingen würden, haben die Entwicklungen der letzen 18 Monate wohl bereits jeden Kritiker zum verstummen gebracht. Alleine heuer werden wieder knapp 140 Millionen Euro in neue Attraktionen gesteckt und die begeisterten Besucher stürmen die Parks in Scharen. Kein Wunder bei eindrucksvollen Achterbahnen wie Manta im SeaWorld Orlando oder Cheetah Hunt in den Busch Gardens Tampa. Nachdem das Unternehmen durch die Erhöhung der Besucherzahlen mit den vorhandenen fünf Parks nun vertikal gut aufgestellt dasteht, wird es Zeit für die lange überfällige horizontale Expansion und der Erschließung neuer Geschäftsfelder.

SeaWorld San Diego Manta SeaWorld wechselt mit Kinofilmen, Hotels und Asien auf die Überholspur

Der geplante Mack Rides LSM Coaster Manta in San Diego

Wie effektiv dieser Weg ist, zeigt Disney schon seit Jahrzehnten mit der Produktion von Kinofilmen, der Kreuzfahrtlinie Disney Cruise und zahlreichen Hotels und Time-Sharing Anlagen. Auf je mehr Beinen ein Unternehmen steht, desto einfacher können Verluste in einem der Geschäftsfelder kompensiert werden. Einen ersten Eindruck von SeaWorlds Zukunftsplänen gibt die in 3D gefilmte Dokumentation “Turtle: The Incredible Journey”, welche diesen Sommer in 400 ausgewählten US Kinos Premiere feiert und ab November über DVD und Blu-Ray vertrieben wird. Der von Hannover House produzierte und von SeaWorld Pictures in den Staaten vertriebene Tierfilm zeigt die 14.000 Kilometer lange und gefährliche Reise einer kleinen Meeresschildkröte.

SeaWorld Turtle Incredible Journey SeaWorld wechselt mit Kinofilmen, Hotels und Asien auf die Überholspur

Turtle - Der Film von SeaWorld Pictures zeigt die Reise einer Schildkröte

Wenn es nach den Verantwortlichen bei SeaWorld geht, soll “Turtle: The Incredible Journey” aber nur der Auftakt einer ganzen Reihe von erfolgreichen Film und Fernsehproduktionen werden, welche die Reputation des Unternehmens als Hüter der Tierwelt stärken und die anhaltenden Kritiken über die Haltung der Tiere zum verstummen bringen soll. Ein weiteres Geschäftsfeld, das dem Unternehmen in Zukunft den Rücken stärken soll ist die Hotellerie. Genauere Pläne will man dazu zwar noch nicht bekannt geben. Sicher ist nur, dass sich ein oder mehrere Hotels in direkter Nähe zu den vorhandenen Freizeitparks in Planung befinden. Mit 5,5 Millionen Besuchern pro Jahr, dürfte das SeaWorld Resort in Orlando aber ein sicherer Tipp für das Erste thematisierte Hotel der Kette sein.

SeaWorld Aquatica San Antonio SeaWorld wechselt mit Kinofilmen, Hotels und Asien auf die Überholspur

Artwork des für 2012 geplanten Aquatica Wasserparks in San Antonio

Neben all diesen Neuigkeiten will das Unternehmen aber auch das eigentliche Kerngeschäft in nächster Zeit alles andere als vernachlässigen. Neben dem für Mai 2012 ankündigten Aquatica Wasserpark in San Antonio, liegt der Schwerpunkt dabei ganz klar auf internationaler Expansion. Und genau wie alle anderen Freizeitpark Ketten auch, hat SeaWorld dabei Südost Asien, oder genauer gesagt China im Visier. Obwohl die möglichen Standorte gerade erst evaluiert werden, muss man kein Genie sein um dabei als erstes an Shanghai zu denken. Mit den Touristen des für 2016 in Pudong geplanten Disneyland Shanghai und einem Einzugsgebiet von knapp 300 Millionen Menschen, wäre der Erfolg so gut wie garantiert.

Pictures: SeaWorld Parks and Entertainment

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