Titanic-Untergang als Simulator geplant. Oder: Pietät können nicht mal Chinesen kopieren.

Es gibt Dinge, die können einen einfach nicht mehr überraschen. Dazu gehört der seit Jahren immer wieder mal aufkommende Plan die Titanic nachbauen zu wollen. Auch die Tatsache, dass in China gefühlt nahezu alles kopiert wird, vermag niemanden mehr in sprachloses Staunen zu versetzen. Nun hat es allerdings das chinesische Unternehmen Seven-Star Energy Investment Group (SSEG) mittels ihres CEO Su Shaojun auf einer kürzlich gegebenen Pressekonferenz geschafft, genau damit für offen stehende Münder und auch einiges Kopfschütteln zu sorgen: Man will nicht nur die Titanic nachbauen, sondern sogar ihren Untergang kopieren bzw. simulieren. Das kann nicht deren Ernst sein? Oh doch! Und es kommt noch krasser.

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Am Steuerrad der Schauspieler Bernard Hill und SSEG-CEO Su Shaojun bei der Projektvorstellung auf der Pressekonferenz in Hong Kong.

Sie planen dies im Rahmen eines neuen Freizeitparks in Daying, Provinz Sichuan, China. Baubeginn soll bereits in Kürze sein und schon 2016 soll der Park dann unter anderem mit einem Museum zum Titanic-Untergang, einem künstlich angelegtem Strand, einem türkischen Bad und einem “6D Kino” eröffnet werden. Hauptattraktion soll aber besagter Titanic-Nachbau werden, dessen Baukosten mit ca. 120 Mio. € veranschlagt sind. Die Titanic II soll aber keineswegs ein Kreuzfahrtschiff werden, sondern ein, dem Original bis ins kleinste Detail nachempfundener, Untergangssimulator im Maßstab 1:1. Die zukünftigen Gäste können also nicht nur an Bord gehen und den legendären und geschichtsträchtigen Luxuskreuzer erkunden, sondern den damaligen Untergang hautnah nachempfinden. Durch Bewegungen, Licht- und Geräuscheffekte, soll das Horrorszenario von damals erschreckend realistisch nachgestellt werden. “Das Schiff wird den Eisberg treffen und wenn das passiert, wird es rumpeln. Die Titanic II wird sogar Schlagseite bekommen und die Passagiere werden denken, dass sie ertrinken müssen. Das Blut wird ihnen in den Adern gefrieren und sie werden Todesangst haben.” wird Projektleiter und SSEG-CEO Shaojun zitiert und scheint dabei, Augenzeugen zufolge, fast ins Schwärmen zu geraten, was angesichts der bei der Jungfernfahrt 1912 geschehenen Katastrophe, doch mindestens befremdlich und unangemessen erscheint. Shaojun versichert allerdings, es soll der “Geist der Titanic” nahegebracht werden und die Tragödie keinesfalls nur aus Profitgier ausgeschlachtet werden.

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Bernard Hill spielte in der Titanic Verfilmung von 1997 mit Leonardo di Caprio die Rolle Kapitäns Edward John Smith. Sein Mitwirken am Projekt soll es pietätvoll erscheinen lassen. Ein fader Beigeschmack bleibt allerdings.

Vielmehr sei die Anlage als Erziehung zur Verantwortung zu verstehen. Und falls dennoch jemand an den löblichen Absichten zweifeln sollte, hat man sich den Schauspieler Bernard Hill wortwörtlich mit ins Boot geholt. Dieser hatte in der weltberühmten Verfilmung mit Leonardo Di Caprio und Kate Winslet den Kapitän gespielt und versichert, dass der Untergang, der 1500 Menschen das Leben kostete, “auf sehr vorsichtige und einfühlsame Weise” behandelt worden sei. “Ich glaube nicht, dass das Desaster verharmlost oder beschönigt wird”, so Hill. Wer´s glaubt…

Bildquellen:
Titel:T-Online.de/DPA
Bild 1+2:www.heute.at

1 Kommentar

  1. Sandro sagt:

    Äh, ja, ich glaub die hatten zu viel im Tee drinne. Wie solln sich den Angehörige von Leuten die auf der Titanic waren dabei denken! Die spinnen, die Chinesen.