Wasserparks in den Emiraten, wirklich so gut wie ihr Ruf?

Die vereinigten arabischen Emirate sind schon länger eine Reise wert, spätestens nach der Eröffnung der letzten spektakulären Projekte in und um die Millionenstadt und chronische Baustelle Dubai. Die Freizeitparks können im internationalen Vergleich zwar nicht wirklich mithalten, doch die Wasserparks müssen sich vor keiner anderen Anlage auf diesem Planeten verstecken. Wir haben für euch die drei grössten Wasserparadiese im Öl-Staat besucht. Der weltbekannte Wild Wadi Wasserpark, das nicht minder beachtete Aquadventure auf der kleinsten der drei Palmeninseln und der neuste Zuwachs, der Iceland Waterpark eine Autostunde ausserhalb von Dubai.

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Dubai - nirgends wird Gigantomanie mehr ausgelebt

Wer von Dubai spricht, erwähnt meist die unglaublichen Bauprojekte, welche mal eben Milliarden verschlingen. Burj Kalifah, The Palm Islands sowie Dubailand werden einigen wohlbekannte Begriffe sein. Doch fragt man einen, der in Dubai seine Strandferien verbracht hat, hört man immer wieder das selbe, man fände dort die besten Wasserparks der Welt. Nun, wir kennen nicht alle Wasserparks dieser Welt, weshalb wir so eine Aussage nicht bestätigen können, doch soviel sei vorab verraten, wir waren meistens begeistert!

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Das riesige Eingangsportal zum Iceland Waterpark

Vor nicht mal einem Jahr eröffnete mitten in der Wüste, direkt am Meer der Iceland Waterpark, welchen man gar nicht übersehen kann. Während in „normalen“ Wasserparks der grosse Rutschturm alles überragt, ist es in diesem Park ein gigantisches schneebedecktes Bergmassiv, auf dem der leicht an einen in der Eiszeit spielenden Animationsfilm erinnernden Schriftzug ICE LAND trohnt und gleichzeitig das Eingangsportal darstellt. Im Park angekommen und um moderate 30 Euro erleichtert, ist es zwar immer noch gleich warm wie im restlichen Land, doch die Stimmung kühlt schnell ab, da der Boden aus einem Plastikbelag besteht, der genau so gut auch als Bett für ein Fakir genutzt werden kann. Anders gesagt: Er tat verdammt weh! Hat man es dann mal zum ersten Rutschenberg geschafft, muss man nur die dreckige Treppe hinaufsteigen um schon die ersten teilweise langweiligen, teilweise interessanten, aber hauptsächlich schmerzhaften Rutschen zu geniessen. Fairerweise muss man nochmal auf das Theming hinweisen, welches wenn die Farbe nicht schon abblättern würde wirklich Klasse wäre.

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In diesen Berg wurden die meisten Rutschen integriert

Falls jetzt jemand geschockt sein sollte, nein, dieser Park wird nicht als weltbester gehandelt, dafür aber der nächste. Gut sieben Kilometer vom Festland entfernt auf der kleinen, aber dennoch riesigen Palmeninsel „The Palm Jumeirah“ liegt das Atlantis Hotel, welches dem nicht minder berühmten Atlantis Hotel in den Bahamas nachempfunden wurde. Wie auch das Original besitzt die Kopie in Dubai einen Wasserpark, der keine Wünsche offen lässt, das Aquadventure. Schon beim Betreten des Parks spürt man, dass hier in einer anderen Liga gespielt wird, denn die Füsse schmerzen nicht! Aquadventure begrüsst einen, vorausgesetzt die 40 Euro Eintritt wurden bezahlt, mit einem wunderschönen Wasserfall, welcher schon mal einen tollen Eindruck macht. Nach wenigen Metern Fussmarsch gelangt man auch schon zum Lazy River, dem Herzstück des Parks, welcher so verzweigt ist, das man alleine dafür schon einen Übersichtsplan bräuchte. Das besondere an diesem Fluss sind zum einen die in Felsformationen versteckten Lifte und die darauffolgenden Wildwasserabfahrten und zum anderen die beeindruckende Wellenmaschine, welche den Kanal alle paar Sekunden gehörig aufmischt. Hier sind auch die berühmten Schubser zu finden, wie in jedem guten Wasserpark in den Emiraten (Deshalb hat der Iceland Waterpark auch keine), die den lieben langen Tag im Kanal stehen und die faulen Touristen in ihren Reifen in die richtige Richtung schubsen.

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Thematisch auf höchstem Niveau, das Auquadventure

Da Touristen bekanntlich Faulpelze sind, gibt es auch die Möglichkeit, ohne sich aus dem Reifen zu erheben mittels Förderbändern und Wasserdruck nach oben zum Start der grossen Rutschen in der riesigen Pyramide zu gelangen. Dort erwartet einen eine kleine aber feine Rutschenauswahl, wovon die beiden Röhren durchs Aquarium mit Abstand die beliebtesten sind. Während man bei Shark Attack mit seinem Reifen ein paar harmlose Kurven im dunkeln abfährt, bevor man in einem langsamen Wasserstrom durch das Aquarium dümpelt, führt die einzige grosse Bodyslide, the Leap of Faith, vom Dach der Pyramide auf dem direktesten aller Wege nach unten und durch die durchsichtige Röhre an den Haien und Mantas vorbei. Ein Erlebnis, wenn man auch beim Durchfahren dank der hohen Geschwindigkeit rein gar nichts von der Artenvielfalt um sich rum mitbekommt. Und falls man vom ganzen Rutschen erstmal genug hat, lädt der, natürlich künstliche, Strand zum Relaxen ein.

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Master Blaster Rutschen im Palmenwald

Auch am Strand, aber an einem echten, und direkt neben dem sieben-Sterne Hotel Burj al Arab, welches ausnahmslos jede Reiseführer-Titelseite schmückt, liegt der etwa 42 Euro teure Wild Wadi Wasserpark. Durch eine beeindruckende Schlucht erreicht man das Land von Sinbad und seinen Gefährten, welche da mal eben eine ineinander verschlungene Rutschenwelt aufgebaut haben. Wie im Atlantis Wasserpark wird hier auch auf Master Blaster, der Bergaufbeförderung durch Wasserdruck, gesetzt, und das im grossen Stil. Überall sieht man Reifen samt deren Insassen hoch und runter schiessen. Ein grosser Vorteil des Wild Wadi ist die durchdachte Anordnung der Rutschen. An jedem Rutschende beginnt mindestens eine neue, so dass man unzählige Kombinationsmöglichkeiten und nie Langeweile hat.

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Jumeirah Sceirah, die etwas andere Speedrutsche

Über allen Röhren thront die Jumeirah Sceirah, die bis zu 70 Km/h schnelle Speedrutsche für die mutigsten aller Besucher. Doch den grössten Nervenkitzel spürt man im neusten Erweiterungsschritt, den Megarutschen Tantrum Alley und Burj Surj. Die beiden ineinander verschlungenen Röhren von ProSlide führen bis zu vier Personen pro Reifen durch Trichter jeder Art, welche zwar kleiner als die bekannten Megatrichter sind, aber dennoch beachtliche Ausmasse haben. Leider wurde mit dieser Erweiterung, auf dem Gelände zwischen der Hauptstrasse und denHotels, bereits die letzte Möglichkeit zur Erweiterung genutzt, weshalb man schon über einen zweiten Park in der Nähe nachdenkt, in dem dann noch mehr einzigartige Rutschen präsentiert werden können.

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Seit ende 2010 das neue Highlight des Wild Wadis, Tantrum Alley und Burj Surj

Die drei Ausflugsziele sind in verschiedener Hinsicht ein Erlebnis. Während der Iceland Waterpark beeindruckend beweist, wie schnell so ein Park zerfallen kann, zeigen Wild Wadi und Aquadventure, wie ein perfekter Wasserpark aussieht. Falls doch nur Zeit für einen „weltbesten“ Wasserpark bleibt, gratuliere ich erstmal zur schlechten Zeitplanung und empfehle den Thrillseekern eher die geballte Adrenalinladung im Wild Wadi und den Familienurlaubern Aquadventure mit dem schönen im Preis inbegriffenen Strand.

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