Wizarding World of Harry Potter – Eine Fehlplanung?

Wenn es eine klar definierte Hauptstadt der Themenparks geben würde, es wäre ohne Zweifel Orlando. Neben der Walt Disney World (welche wiederum aufgrund des riesigen Geländes etwas außerhalb liegt) ist natürlich das Universal Orlando Resort zu erwähnen, welches mit seinen zwei Themenparks immer wieder neue Maßstäbe in Sachen Thematisierung und Gestaltung innovativer Attraktionen setzt. Im Moment sind die Augen der Fangemeinde klar auf die Erweiterung in den Universal Studios Florida gerichtet, wobei „Diagon Alley“ nur ein Teil des Harry Potter Universums im Resort bildet. Die „Wizarding World of Harry Potter“ eröffnete 2010 mit dem State-of-the-Art Darkride „Harry Potter and the forbidden Journey”, den umgestalteten B&M Duelling Inverted Coastern “Dragon Challenge” (vormals Duelling Dragons) und der ebenfalls umgestalteten Vekoma-Familienachterbahn „Flight of the Hippogriff“. Abgerundet wurde das Angebot des Themenbereichs mit Gastronomie und Shops, die sich seitlich zum Weg in Richtung Hogwarts anreihen. Die Zauberschule bildet die Kulisse für die große Halle der Themenfahrt.

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Alternative Schlange vor dem Schloss bei Forbidden Journey

Schon bei Projektbeginn war klar: Dieser Themenbereich in den Islands of Adventures wird Massen an Fans der beliebten Buch- und Filmsaga anziehen und trotzdem hat der Park drei Jahre nach der Eröffnung immer noch an sowieso vollen Tagen mit den Besucherströmen in der Wizarding World zu kämpfen. Zunächst einmal wurde schnell klar, dass die Themenfahrt des Bereichs unglaublich beliebt ist. Daraus resultierte, dass die Warteschlange neben dem Schloss weiterhin für die Gäste genutzt wird, die sich vor dem Schließfachraum befinden. Besonders dieser, welcher sich hinter dem Eingang finden lässt, kann an vollen Tagen ein Nadelöhr sein, sodass ein Wartebereich vor dem eigentlich aufwendig gestalteten Bereich Innen, obligatorisch wurde.
Dieser Part kann nach Belieben noch weiter über die Brücke Richtung Camp Jurassic gehen, womit durch die eher improvisierte Schlange schon ein Teil des Gesamterlebnisses getrübt wird.

Doch wenn man hier steht (und das sind durchaus 120 Minuten für eine Bahn mit unglaublicher Kapazität) kann man sich durchaus glücklich schätzen, denn man hat es in den Bereich geschafft. Dieser wird – und das ist zunächst ein wichtiger Aspekt der Sicherheit – bei extremen Besucheraufkommen gesperrt und die Personen nur noch nach Wartezeiten an den Eingängen zum Themenbereich hineingelassen.
Um sich dieser Problematik zu beugen hat man ein System eingeführt, welches durchaus an den Fastpass von Disney erinnert. Das Prinzip ist wie folgt: Man stellt sich entweder in „Camp Jurassic“ oder in „Lost Continent“ in eine Schlange für Automaten, welche einem ein Ticket drucken, das einen zu einer bestimmten Zeit ohne lästiges Warten nur in den Bereich lässt. Zwischendurch kann man sich an den weiteren Attraktionen im Park erfreuen. Alternativ gibt es die normale Warteschlange für den Bereich trotzdem. Hat man es dann nach dieser Wartezeit in die Welt von Harry Potter und Co geschafft, kann man sich für die Hauptattraktion gleich wieder in eine Schlange stellen. Ein Eingang für Expresspass-Benutzer wurde nicht gebaut. Einziger Hoffnungsschimmer ist die Single Rider Line, welche für Personen interessant ist, die nicht viel Wert drauf legen mit wem sie fahren und wer hinterher auf dem Onride-Foto zu sehen ist.

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Um ohne Wartezeit in der normalen Queue zu verbringen, kann man sich an diesen Stationen ein Return-Ticket ziehen.

So stellt sich schlussendlich die Frage ob die Schattenseiten der Wizarding World of Harry Potter einer Fehlplanung der Verantwortlichen zuzuschreiben sind. Das ist nicht unbedingt der Fall, denn die Wegbreite unterscheidet sich nicht mit der in den restlichen Islands of Adventure. Mehr Platz hätte Einsparungen in der Atmosphäre bedeutet, sodass man davon ausgehen kann, dass die enorme Beliebtheit des jungen Magiers schwer zu handhaben, die Lösung der fastpass-ähnlichen „Return-Tickets“ allerdings sehr löblich von Universal ist. Somit bleibt abzuwarten, wie sich das Besucheraufkommen mit der Erweiterung in den Universal Studios verteilt und ob dort ähnliche Probleme auftauchen werden.

Bilder: Copyright orlandoinformer.com

1 Kommentar

  1. Mtthias Herz sagt:

    Ich denke weniger das es eine Fehlplanung ist. Mehr wollte man diesen Bereich unbedingt schaffen um Disney Konkurrenz zu machen da ist man gewisse einschnitte eingegangen um den Bereich in den Vorhandenen Park einzufügen.
    Ähnliche Probleme wird es auch im Harry Potter Bereich in den Studios geben da man hier abgesehen von der Zugverbindung ins Islands of Adventure nur eine Fahrattraktion vorfinden wird. Schade das man hier nicht mit 2 oder 3 Fahrattraktionen höhere Kapazitäten für einen Höchstwahrscheinlich total überlaufenen Bereich zur Verfügung stellt!