Freizeitparks

Ein Besuch im Kernie’s Familienpark in der Corona-Zeit – Erfahrungsbericht

verfasst von Andi

Einige Freizeitparks in Deutschland, Österreich und den Niederlanden haben bereits wieder geöffnet.
Bereits veröffentlichte Erfahrungsberichte:
Ein Besuch in Efteling in der Corona-Zeit – Erfahrungsbericht
Ein Besuch im Toverland in der Corona-Zeit – Erfahrungsbericht
Ein Besuch im Phantasialand in der Corona-Zeit – Erfahrungsbericht
Ein Besuch im Wiener Prater in der Corona-Zeit – Erfahrungsbericht
Ein Besuch im Heide Park in der Corona-Zeit – Erfahrungsbericht
Ein Besuch im Europa-Park in der Corona-Zeit – Erfahrungsbericht

Heute haben uns wieder Karen und René einen Erfahrungsbericht aus Kernie’s Familienpark mitgebracht, sie haben den Park vor kurzem besucht und uns ihre Erfahrungen vor Ort geschildert.

Anmerkung: Bei unseren Erfahrungsberichten handelt es sich lediglich um eine Momentaufnahme. Die Erfahrungen können natürlich an anderen Tagen von unseren abweichen.

Kernies Wunderland ist bekannt für seine All you Can Eat Pommes, Softeis und Getränke. Gibt es den Service auch aktuell und wenn ja, wie wird es gehandhabt?
Ja, allerdings mit der Einschränkung, dass man sein Essen / Getränk von einem Mitarbeiter zugereicht bekommt. Das ist natürlich positiv, da so kein Besucher zu viel die Getränkespender, Eismaschinen oder Pommes Behälter anfassen kann – was generell schon immer ziemlich unhygienisch war.
Jeder Gast muss somit hintereinander in einer Schlange mit Mund- Nasenschutz und 1,50m Abstand anstehen und am Stand sagen was und wie viel er / sie gerne hätte. Generell ist das eine gute Idee, allerdings waren extra weniger Stände geöffnet und die Warteschlange war teils wirklich bei über 20 Minuten für einen kleinen Getränkebecher.

Langes Warten auf die „kostenlose“ Verpflegung

Wie schwer war es an ein Ticket (Reservierung) zu kommen?
Wir haben zwei rabattierte Tickets bei Social Deal und eins bei Groupon gekauft. Je nach Anbieter sollte man dies auf der Kernie Onlineseite bei der Reservierung angeben. Vor Ort merkten wir aber schnell, dass Reservierungen nichts ausmachten. Man konnte normal vor Ort sein Tagesticket erwerben und unsere Reservierung wollte auch niemand sehen.

Wie war das Prozedere am Haupteingang?

Leider musste man schnell einsehen dass wenig auf Abstand geachtet wird. Es gab etwas längere Wartezeiten an den Kassen, weil sehr viele Tageskarten verkauft wurden. Als wir am Park ankamen, wurde sogar trotz hohem Andrang eine Kasse geschlossen, wodurch sich ein großer „Menschenknubbel“ vor dem Eingang bildete.

Richtig Schlange stehen? Für manche gar nicht so einfach!

Wo im Park musste man den Mund- und Nasenschutz aufsetzen?
Im Parkeingangsbereich, bei den Warteschlangen vom Essen bestellen und Attraktionen, während der Fahrt eines Fahrgeschäfts und bei den Toiletten. Um eins schonmal vorweg zu nehmen: Es wurde sich allgemein wenig bis überhaupt nicht an diese Vorgaben gehalten.

Wie waren die Besuchermassen im Park?
Es war enorm voll! Vermutlich war es wohl der vollste Tag, den wir jemals im Wunderland Kalkar erlebt haben. Menschenmassen knubbelten sich, durch die Lockerungen trafen massig Personen aufeinander und besuchten den Park in Gruppen, die aus 15 oder sogar mehr Menschen bestanden.
Die Besucher liefen somit auch nicht hintereinander, sondern als großes Ganzes zusammen, sodass auch breite Wege keinen Abstand garantieren konnten.

Wie lief es in den Warteschlangen?
Die Besucher hatten keine oder wenige Markierungen zu sehen bekommen. Die meisten vergaßen wohl die aktuellen Bedingungen, weshalb einige zurück zum Eingang der Attraktionen stürmten oder sich vorbei quetschten, keinen Abstand zum Nachbarn hielten und generell wenige Besucher einen Mundschutz trugen. Es war leider für viele ein selbstverständliches Verhalten, den Vordermann, wie gewohnt, von hinten zu berühren und keinerlei Abstand einzuhalten. Außerdem kreuzen sich bei vielen Attraktionen Aus- und Eingang womit ein Abstand von 1,5m absolut unmöglich einzuhalten ist.
Bei den Essensständen waren die Warteschlangen eindeutig markiert, wurden aber von den Besuchern gekonnt ignoriert. Nirgendwo wurde sich so angestellt, wie es angedacht war. Mitarbeiter haben die Besucher aber darauf nie angesprochen.

Haben sich die Besucher an die Regeln gehalten?
Bis auf kleine Ausnahmen, zum aller größten Teil überhaupt nicht. Vielleicht wurde zu wenig darauf aufmerksam gemacht oder eingeschritten. Zudem waren für die Regelungen unseres Erachtens zu wenig Mitarbeiter im Park – welche, nebenbei bemerkt, auch oftmals keine Maske trugen und ebenfalls so gut wie nie den Mindestabstand einhielten.

Habt ihr euch ausreichend geschützt gefühlt? Sind die Maßnahmen ausreichend?

Wir haben kaum geschützt gefühlt! Der Kontakt zu den anderen Gästen war für uns äußerst unangenehm. Auch ohne Corona ist es eine Art von Anstand Abstand zu nehmen, aber mit dem Virus ist es einfach eine Last. Die Menschen haben scheinbar noch nicht begriffen, dass wir gemeinsam nur mit Abstand, Dinge wie Freizeitparks und andere Tagesausflüge erleben dürfen. Es würde uns leider nicht wundern, wenn der kleine Park aufgrund von nicht-Einhaltung der geregelten Maßnahmen schließen müsste.

Was könnte man eurer Meinung nach verbessern?

Mehr Mitarbeiter vor Ort einstellen, welche auch wachsamer alles beobachten. Die Hygienemaßnahmen im ganzen sollten erweitert werden. Darunter auch das zu wenig Personal bei den Toiletten alles reinigt. Hier fehlte leider komplett das Desinfektionsmittel für Besucher. Generell gab es im ganzen Park vier Stationen für Desinfektionsmittel, wobei zwei davon direkt am Eingang gegenüber positioniert waren.
Ggf. sollten sich die Manager des Parks überlegen, wie man noch mehr Schilder in den Park einfügen kann bzgl. Bedingungen und weiteres. Ebenfalls sollten sie vor Ort, wie auch in einigen anderen Parks, Durchsagen wegen der Abstandsregeln machen.

Voller Parkplatz bei bestem Wetter.

Wie war die Stimmung/Atmosphäre im Park allgemein?

Es war wie gewohnt, leider nur etwas chaotischer wegen der Warteschlange bei dem Essen / Getränkeständen.

Konnte zur aktuellen Lage die Show gezeigt werden? Wenn ja, wie verlief es vor Ort?

Ja, die Circusshow lief wie immer. Allerdings bestätigte es die Befürchtung, die die größeren Parks haben, weshalb diese nicht stattfinden. Die Menschen hatten sich nicht dafür, interessiert das stets eine Reihe Abstand bei den Sitzmöglichkeiten sein und je drei Sitzplätze neben einen freigehalten werden mussten. Es saßen somit 30min. lang Menschen direkt neben / hinter / vor einem und berührten einen wie gehabt, ungewollt, obwohl die Sitzplätze, die nicht genutzt werden dürfen, eindeutig markiert sind. Das ist zur aktuellen Lagen leider nicht in Ordnung, was die Gäste veranstalteten und konnten es ebenfalls nicht verstehen dass es andere stört. Auch hier hat kein Mitarbeiter etwas gesagt, wenn Besucher auf gesperrten Plätzen saßen.

Abgesperrte Reihen schienen die Besucher nicht zu interessieren.

Ihr wart bereits auch in zwei großen Parks in den Niederlanden zur aktuellen Situation. Seht ihr starke Unterschiede im Verfahren? Wenn ja, was macht der kleine Park in Deutschland besser?

Die größeren Parks haben offenbar eine bessere Vorstellung davon, was getan werden muss, um Menschenmassen in den Griff zu bekommen. Zzgl. ist die Hygiene bei den Toiletten dort deutlich besser als in dem kleinen Park in Deutschland, wo all you can eat Großgeschrieben wird. Hier kann man sich wirklich kurz halten: Das Wunderland Kalkar macht leider gar nichts besser, viel mehr könnte man die Corona Maßnahmen unserer Meinung nach kaum umsetzen.

Vielen Dank für das Teilen eurer Erlebnisse!

Pictures: Copyright Karen Falkus & René Ingenwerth

über den Autor

Andi

Hey Folks!
25 Jahre alt, Rheinländer,
Expert in Food-Technology/Food Inspector

Favorite Places: Walt Disney World & Silver Dollar City & Cedar Point

Dabei seit 2012. Zuständig für Facebook, Instagram und siehe oben

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