{"id":10040,"date":"2011-06-24T08:40:40","date_gmt":"2011-06-24T06:40:40","guid":{"rendered":"http:\/\/airtimers.com\/?p=10040"},"modified":"2011-10-28T09:59:51","modified_gmt":"2011-10-28T07:59:51","slug":"shuttle-loop-der-ursprung-des-launchcoasters","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/airtimers.com\/en\/shuttle-loop-der-ursprung-des-launchcoasters\/0010040\/","title":{"rendered":"Shuttle Loop &#8211; Der Ursprung des Launchcoasters"},"content":{"rendered":"<p>Fragt man weitgereiste Achterbahn-Enthusiasten nach der Achterbahn mit dem h\u00f6chsten Kultfaktor, bekommt man in den meisten F\u00e4llen eine Schwarzkopf-Anlage als Antwort. Die Anlagen des Konstrukteurs aus M\u00fcnsterhausen in Bayern erfreuen sich heute, zehn Jahre nach seinem Tod immer noch gr\u00f6sster Beliebtheit, was unter anderem auch an den bis heute unvergleichbar guten Fahreigenschaften seiner Achterbahnen liegt. Einer seiner meistverkauften Bahnentw\u00fcrfe ist der Shuttle Loop, welchen ich hier etwas genauer unter die Lupe nehmen werde.<\/p>\n<div id=\"attachment_10051\" style=\"width: 485px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-10051\" src=\"https:\/\/airtimers.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Schwarzkopf-Shuttle-Loop-Folder1.jpg\" alt=\"Aus dem Katalog der Firma Schwarzkopf\" title=\"Schwarzkopf-Shuttle-Loop-Folder\" width=\"475\" height=\"345\" class=\"size-full wp-image-10051 colorbox-10040\" srcset=\"https:\/\/airtimers.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Schwarzkopf-Shuttle-Loop-Folder1.jpg 475w, https:\/\/airtimers.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Schwarzkopf-Shuttle-Loop-Folder1-300x217.jpg 300w, https:\/\/airtimers.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Schwarzkopf-Shuttle-Loop-Folder1-170x123.jpg 170w\" sizes=\"auto, (max-width: 475px) 100vw, 475px\" \/><p id=\"caption-attachment-10051\" class=\"wp-caption-text\">Aus dem Katalog der Firma Schwarzkopf<\/p><\/div>\n<p>Wenn man in den Geschichtsb\u00fcchern der Freizeitbranche nachschl\u00e4gt, findet man bei zu diesem Zeitpunkt nie da gewesenen Fahrgesch\u00e4ften meist die Namen \u201eArrow\u201c oder \u201eSchwarzkopf\u201c, so auch in diesem Fall, denn im Jahre 1977 haben beide den ersten Launch-Coaster er\u00f6ffnet. Welche der beiden Achterbahnschmieden nun als erste auf die Idee kam, einen Zug abzuschiessen, anstatt den \u00fcblichen Kettenlift zu benutzen, ist heute wohl kaum mehr festzustellen, doch erstaunlicherweise sehen sich die Anlagen sehr \u00e4hnlich. So muss man beim \u201eLaunched Loop\u201c von Arrow zuerst einige Treppenstufen erklimmen, bevor man in luftiger H\u00f6he in den Wagen einsteigt, welcher dann quasi \u00fcber die Kante in den Looping geschubst wird und mit einem zweiten Abschuss, diesmal r\u00fcckw\u00e4rts, am Ende der Bahn wieder zur\u00fcckgeschossen wird. Der Shuttle Loop hingegen wird, zur Freude der Fahrg\u00e4ste, auf Bodenniveau abgeschossen, was nat\u00fcrlich einiges mehr an Energie ben\u00f6tigt um durch den Looping zu kommen, daf\u00fcr aber dank der Schwerkraft keinen zweiten Abschuss ben\u00f6tigt und einfach wieder zur\u00fcckrollt.<\/p>\n<div id=\"attachment_10050\" style=\"width: 485px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-10050\" src=\"https:\/\/airtimers.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Irn-Bru-Revolution.jpg\" alt=\"Einer der vier verbliebenen Arrow Launched Loop steht in Blackpool\" title=\"Irn-Bru-Revolution\" width=\"475\" height=\"285\" class=\"size-full wp-image-10050 colorbox-10040\" srcset=\"https:\/\/airtimers.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Irn-Bru-Revolution.jpg 475w, https:\/\/airtimers.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Irn-Bru-Revolution-300x180.jpg 300w, https:\/\/airtimers.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Irn-Bru-Revolution-170x102.jpg 170w\" sizes=\"auto, (max-width: 475px) 100vw, 475px\" \/><p id=\"caption-attachment-10050\" class=\"wp-caption-text\">Einer der vier verbliebenen Arrow Launched Loop steht in Blackpool<\/p><\/div>\n<p>Die ersten Shuttle Loops sind aus heutiger Sicht schon fast primitive Konstruktionen, doch ist es immer wieder erstaunlich, wie einfach Anton Schwarzkopf manche Probleme gemeistert hat, welche heute um einiges komplexer gel\u00f6st werden. So wurden die Z\u00fcge der ersten vier Auslieferungen des Shuttle Loops mit einem Fallgewicht am Ende der Strecke beschleunigt. Der Mitnehmerschlitten ist, vereinfacht beschrieben, mit einem Flaschenzug an einem 42 Tonnen schweren Gewicht befestigt, welches in einem geschlossenen Turm 23 Meter in die Tiefe f\u00e4llt, wodurch der Schlitten den Zug aus der Station raus dr\u00fcckt und somit mit bis zu 85 km\/h in den Looping abschiesst. Das Fallgewicht wird am Ende der Fallstrecke durch die von ihm angestaute Luft gebremst, wodurch eine aufw\u00e4ndige Bremskonstruktion unn\u00f6tig gemacht wird.<\/p>\n<div id=\"attachment_10049\" style=\"width: 485px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-10049\" src=\"https:\/\/airtimers.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Greezin-lightning-fallgewicht.jpg\" alt=\"Einer der Shuttle Loops mit einem Fallgewicht\" title=\"Greezin-lightning-fallgewicht\" width=\"475\" height=\"285\" class=\"size-full wp-image-10049 colorbox-10040\" srcset=\"https:\/\/airtimers.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Greezin-lightning-fallgewicht.jpg 475w, https:\/\/airtimers.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Greezin-lightning-fallgewicht-300x180.jpg 300w, https:\/\/airtimers.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/Greezin-lightning-fallgewicht-170x102.jpg 170w\" sizes=\"auto, (max-width: 475px) 100vw, 475px\" \/><p id=\"caption-attachment-10049\" class=\"wp-caption-text\">Einer der Shuttle Loops mit einem Fallgewicht<\/p><\/div>\n<p>Interessant ist, dass bei der dritte Auslieferung dieser Anlage, welche nur wenige Monate nach den ersten beiden in Betrieb ging, eine komplett andere Looping-Bauweise angewandt wurde. Statt der alten Fachwerkbauweise wurde nun erstmals die Schwarzkopf-typische Kastenbauweise benutzt. Neben dem Fallgewicht hatte man auch noch andere Ideen, um den Zug zu beschleunigen, eine davon war der Einsatz der heute verbreiteten Linearmotoren, welche den Zug ber\u00fchrungslos durch ein Magnetfeld beschleunigen. Da diese Technik zu dieser Zeit aber noch unbezahlbar war, wurde die Idee wieder verworfen. Daf\u00fcr stand aber noch von Anfang an ein andere Idee im Raum, der Antrieb durch ein Schwungrad, welche auch ab der f\u00fcnften Auslieferung eingesetzt wurde.<\/p>\n<div id=\"attachment_10052\" style=\"width: 485px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-10052\" src=\"https:\/\/airtimers.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/shuttle-loop-looping-unterschied.jpg\" alt=\"\" title=\"shuttle-loop-looping-unterschied\" width=\"475\" height=\"285\" class=\"size-full wp-image-10052 colorbox-10040\" srcset=\"https:\/\/airtimers.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/shuttle-loop-looping-unterschied.jpg 475w, https:\/\/airtimers.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/shuttle-loop-looping-unterschied-300x180.jpg 300w, https:\/\/airtimers.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/shuttle-loop-looping-unterschied-170x102.jpg 170w\" sizes=\"auto, (max-width: 475px) 100vw, 475px\" \/><p id=\"caption-attachment-10052\" class=\"wp-caption-text\">Links die Kastenbauweise, rechts die Fachwerkbauweise<\/p><\/div>\n<p>Nur ein Jahr nachdem der Prototyp des Shuttle Loops in Betrieb ging, ging schon die zweite Generation an den Start. Durch den Einsatz einer Schwungscheibe entfiel der grosse Turm mit dem Fallgewicht, wodurch die Anlage um einiges ansehnlicher wurde. W\u00e4hrend in der Station die Fahrg\u00e4ste im Wagen Platz nahmen, werden unter der Schiene drei je 2.5 Tonnen schwere, sich drehende Scheibe auf bis zu 1041 Umdrehungen in der Minute beschleunigt, was einer Umfangsgeschwindigkeit von knapp 380 km\/h entspricht. War der Zug nun bereit zum Abschuss, wurde das Schwungrad durch eine Kupplung \u00fcber ein Getriebe mit der Seilscheibe verbunden und der Mitnehmerschlitten schob den Zug wie beim Fallgewichtantrieb aus der Station.<\/p>\n<div id=\"attachment_10093\" style=\"width: 485px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-10093\" src=\"https:\/\/airtimers.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/sirocco_unfall.jpg\" alt=\"\" title=\"sirocco_unfall\" width=\"475\" height=\"285\" class=\"size-full wp-image-10093 colorbox-10040\" srcset=\"https:\/\/airtimers.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/sirocco_unfall.jpg 475w, https:\/\/airtimers.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/sirocco_unfall-300x180.jpg 300w, https:\/\/airtimers.com\/blog\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/sirocco_unfall-170x102.jpg 170w\" sizes=\"auto, (max-width: 475px) 100vw, 475px\" \/><p id=\"caption-attachment-10093\" class=\"wp-caption-text\">Nicht immer lief alles rund, wie hier bei Sirocco, der heutigen Turbine in Walibi Belgium<\/p><\/div>\n<p>Von der zweiten Generation mit Schwungscheibe sind zwischen 1978 und 1982 acht Anlagen in Betrieb gegangen, womit insgesamt 12 Shuttle Loops gebaut wurden. Da Schwarzkopf-Bahnen so robust wie von kaum einem anderen Hersteller sind, verwundert es nicht, das manche Anlagen schon drei mal umgesetzt wurden und immer noch zuverl\u00e4ssig tagt\u00e4glich f\u00fcr begeistertes Publikum sorgen. Heute stehen, abgesehen von asiatischen Kopien, auf vier Kontinente verteilt gerade mal noch sechs dieser Klassiker, wovon f\u00fcnf in Betrieb sind. Der sechste, die Turbine in Walibi Belgium ist seit dem Saisonende 2008 geschlossen und soll auf die Saison 2012 modernisiert wiederer\u00f6ffnet werden, es k\u00f6nnte also sein, das Schwarzkopfs Idee mit dem Magnetantrieb doch noch verwirklicht wird. Es w\u00e4r jedenfalls zu w\u00fcnschen, dass die verbliebenen Bahnen trotz \u00fcberdurchschnittlich hohen Betriebskosten erhalten bleiben, denn irgendwie sind sie auch eine Art Kulturgut. Ein Kunstwerk sind sie auf alle F\u00e4lle<\/p>\n<p>Pictures: Copyright Cedar Fair, Airtimers<\/p>\n<fb:like href='https:\/\/airtimers.com\/en\/shuttle-loop-der-ursprung-des-launchcoasters\/0010040\/' send='false' layout='standard' show_faces='true' width='450' height='65' action='like' colorscheme='light' font='lucida grande'><\/fb:like>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fragt man weitgereiste Achterbahn-Enthusiasten nach der Achterbahn mit dem h\u00f6chsten Kultfaktor, bekommt man in den meisten F\u00e4llen eine Schwarzkopf-Anlage als Antwort. Die Anlagen des Konstrukteurs aus M\u00fcnsterhausen in Bayern erfreuen sich heute, zehn Jahre nach seinem Tod immer noch gr\u00f6sster Beliebtheit, was unter anderem auch an den bis heute unvergleichbar guten Fahreigenschaften seiner Achterbahnen liegt. 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