Blackpool – Die durchwachsene Geschichte einer Tourismusmetropole

Wenn man gegenüber Achterbahnfans Blackpool erwähnt, dann beginnen die Augen zu leuchten, denn jeder, der sich ein bisschen für Achterbahnen interessiert weiß, dass hier mit Pleasure Beach Blackpool lange Zeit „Europes Rollercoaster Capital“ war, also die Stadt mit den meisten Achterbahnen. Aber Blackpool hat mehr als nur diesen Rekord gehalten – die Stadt an der Westküste des Vereinigten Königreichs zählt heute noch zu einer der wichtigsten Tourismusdestinationen.

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The Big One prägt die Skyline Blackpools

Der Name Blackpool kommt von Entwässerungsrinnen, über welche Abwasser in das am Meer gelegene Hochmoor geleitet wurde und so ein schwarzer Pool, also übersetzt ein Blackpool, entstanden ist. Auf der anderen Seite des Meeres gibt es noch eine zweite Stadt, deren Namen denselben Ursprung hat, nämlich die Hauptstadt Irlands, Dublin. Blackpool war zwischen 1900 und 1950 die wichtigste Urlaubsdestination des Vereinigten Königreichs und ist bis heute sehr vom Tourismus abhängig.
Es gibt mehrere Gründe, warum der Tourismus dort derartig geboomt hat. Auf der einen Seite ist da natürlich der kilometerlange Strand und das schöne Meer, aber das gibt es auf der britischen Insel doch häufiger. Einer der wichtigsten Schritte war der Bau einer der ersten Eisenbahnverbindungen. Diese machten die Anreise nach Blackpool weit angenehmer und einfacher. Aber auch das war nur ein Teil der Erfolgsgeschichte: die tausenden Touristen, die man auf den vielen alten Bildern sieht, sind zu einem Großteil Mitarbeiter aus Fabriken im Norden. In den Fabriken war es üblich, dass der Betreiber seinen Mitarbeitern nicht einfach nur frei gab, sondern direkt den Urlaub in Blackpool bezahlte.

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Blackpool liegt direkt am Meer

Dies war ohne Frage die erfolgreichste und glanzvollste Zeit Blackpools. Doch mit den günstigen Flügen, die 1960 die Welt des Tourismus revolutioniert haben, haben sich viele Blackpool-Touristen für einen mediterranen Urlaubsort entschieden. Obwohl Blackpool immer noch das beliebteste Küsten-Domizil der Briten ist, hat sich die Anzahl der Touristen von 17 Millionen in 1992 auf 10 Millionen reduziert. Der Grund für diesen Rückgang liegt hauptsächlich am weltweiten Trend für Kurztrips. Die Touristen, die früher eine ganze Woche in Blackpool blieben, bleiben nun nur noch ein Wochenende.
Die Zahlen haben sich in den letzten Jahren aber wieder ordentlich verbessert. Das Destination-Management von Blackpool hat sich dafür auch einiges einfallen lassen. So wurde 2012 für die Besucher der Stadt der sogenannte Blackpool Resort Pass eingeführt. Dieses Ticket gewährt den Touristen Rabatt für diverse Touristenattraktionen wie dem Blackpool Tower und seinen Merlin Entertainment-Attraktionen, dem Freizeitpark Pleasure Beach Blackpool, dem Blackpool Zoo, dem Sandcastle Wasserpark und dem Blackpool Model-Dorf und -Garten. Mit einem weiteren sehr ambitionierten Projekt wurde die komplette Stadt Blackpool mit gratis W-LAN ausgestattet. Neben vollem Internetzugang können die Touristen auch eine virtuelle Tour durch Blackpool machen.

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Blackpool Pleasure Beach ist einer der bekanntesten Freizeitparks weltweit

Wenn die Hauptsaison vorbei ist, dann probiert Blackpool so viele Konferenzen wie möglich an Land zu ziehen. Es gibt bereits einige fixe und wiederkehrende Konferenzen, die die Stadt für sich gewinnen hat können. Mit den vielen Unterhaltungsmöglichkeiten und Kasinos bietet die Stadt viel Abwechslung für die gestressten Konferenzteilnehmer und macht Blackpool so zu einer sehr interessanten Konferenzstadt.
Blackpool bietet wie bereits erwähnt viele verschiedene Unterhaltungsmöglichkeiten und könnte dabei nicht vielseitiger sein. Für Kulturliebhaber bietet das Grand Theatre jede Menge Vorstellungen und Schauspiele. Wer lieber spielt, dem können wir eines der vielen Kasinos ans Herz legen. Die Anzahl an Museen und Walk Through-Attraktionen ist unzählig und dann sind neben dem schönen Strand noch unzählige Piers, die keine Langweile aufkommen lassen. Auch nicht gerade uninteressant ist der Fakt, dass Blackpool sehr schwulenfreundlich ist und deshalb auch als schwule Hauptstadt des Nordens bezeichnet wird.

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Der Blackpool Tower ist ein Wahrzeichen der Stadt

Wem dies immer noch nicht reicht, der sollte Blackpool zwischen Ende August und November besuchen, denn in diesem Zeitraum findet in der Stadt Blackpool Illuminations statt; ein Fest, bei dem die ganze Ozeanfront in Lichter gehüllt wird. Der Zeitraum dieser Veranstaltung ist sehr strategisch gewählt, denn in den anderen Küstendestinationen ist die Hauptsaison schon zu Ende, während Blackpool so die Saison verlängern kann.
Die Einzigartigkeit dieser Stadt ist sehr schwer in Worte zu fassen, aber eines ist absolut klar: Blackpool muss man gesehen haben, um die Vielfältigkeit zu begreifen. Auf der einen Seite ist die Stadt durch modernes Destination-Management und tolle Marketingideen extrem fortschrittlich, andererseits ist die Stadt teilweise ungepflegt und geprägt von leer stehenden Geschäften und Läden. Diese Komplexität macht Blackpool zu einer einzigartigen Destination, die wir sehr gerne besuchen. Wir sind schon gespannt, wie sich die Stadt in Zukunft weiterentwickelt, denn eines ist klar: Blackpool steht definitiv nicht still.

Pictures: Copyright Blackpool Pleasure Beach, Blackpool Tower

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