Efteling-Ikone Ton van de Ven verstorben

Am heutigen Mittwoch ist unerwartet Ton van de Ven im Alter von 71 Jahren verstorben. Der niederländische Entwerfer war von 1965 bis 2003 für den Freizeitpark Efteling tätig und hat dort in seiner späteren Position als Kreativdirektor viele der wichtigsten Attraktionen des Parks entworfen. Zu diesen gehören insbesondere Darkrides wie Fata Morgana, aber auch das Mad House Villa Volta sowie das Spookslot, das am Ende der 1970er-Jahre, seine erste in Eigenverantwortung designte Attraktion war.

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Ton van de Ven neben einer Figur aus seiner bedeutendsten Attraktion, dem Darkride Droomvlucht.

Ton van de Ven, 1944 in Eindhoven geboren, kam als gelernter Industriedesigner eher zufällig in die Dienste des damals noch beschaulicheren Efteling, wo zu diesem Zeitpunkt der niederländische Künstler Anton Pieck (1895 – 1987) durch seine Zeichnungen den typischen Efteling-Stil im Park etabliert hatte. Als sich Pieck in der Mitte 1970er-Jahre zurückzog, übernahm Ton van de Ven seine Position. Zu diesem Zeitpunkt war Efteling im Begriff, sich von einem Märchen- in einen modernen Freizeitpark zu wandeln.

Die damaligen Investitionen in spektakuläre Attraktionen wie die Doppel-Loopingbahn Python oder auch die Schiffsschaukel Halve Maen zu Beginn der 1980er-Jahre ließen eine andere Ausrichtung des Parks in der Zukunft vermuten. Es ist zu einem entscheidenen Anteil Ton van den Vens Verdienst, dass bei diesen Entwicklungen der durch Pieck geprägte, gestalterische Kern nicht verloren ging und in der Folge große Themenattraktionen entstanden. Doch nicht nur das, denn Van de Ven gelang es, Anton Piecks Stil in eine neue Richtung zu entwickeln, ohne, dass der Charakter des Parks verloren ging.

Ein gutes Beispiel für diesen meistens gelungenen Drahtseilakt ist der Darkride Droomvlucht (1993), der sowohl mit seiner Grundidee als auch mit der ungewöhnlichen Ausführung wie keine andere Attraktion die Marke Efteling repräsentiert. Beim ersten Mad House der Welt, der Villa Volta (1996) bewies er innovatives Können: Diese Reaktivierung der historischen Hexenschaukel geht auf seine Initiative zurück. Trotzdem ist vielleicht sogar das fast unscheinbare Lavenaar die Essenz von van de Vens Schaffen. In diesem 1990 eröffneten Themengebiet tummeln sich Fantasiewesen, die Laafen, die van de Ven selbst erfand und designte. In seinem Respekt für das einfache, wuselige, unbekümmerte Leben ist van de Ven hier Anton Pieck sehr nahe, gleichzeitig sind seine Figuren aber viel freier und anarchischer, als sie es bei Pieck je waren.

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Ton van de Ven bei der Arbeit.

Als Ton van de Ven 2003 in seinen Ruhestand ging, wurde der Posten des Kreativdirektors nicht erneut besetzt. Seit diesem Zeitpunkt kümmert sich ein Team von Designern um das Entwerfen neuer Attraktionen; einen klaren Chef wie van de Ven, der in seinen letzten Jahren in Efteling sogar im Vorstand des Parks saß, gibt es nicht mehr. Ein kleines, aber doch deutliches Zeichen für die Wertschätzung, die van de Ven vor und nach seiner Pensionierung genoss.

Wichtige Van-de-Ven-Attraktionen im Überblick:
1978: Spukschloss
1986: Fata Morgana
1990: Volk van Laaf
1993: Droomvlucht
1996: Villa Volta
1998: Vogel Rok
2002: Efteling Theater

Pictures Copyright: Efteling

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