Six Flags New Orleans – Totgeglaube leben länger

Katrina. Der Tropensturm zog 2005 eine Spur der Verwüstung durch einige US Bundesstaaten, allem voran Louisiana, mit dessen Metropole New Orleans. Einem fast Jeden sind die Bilder des Superdomes, in dem 20-60.000 Menschen Zuflucht suchten, noch gut in Erinnerung. Viele Heime wurden verwüstet, die Infrastruktur brach zusammen und bis Heute sind die Aufräumarbeiten noch lange nicht fertig und für viele Renovierungen fehlt einfach das Geld. Doch die Steine haben schon lange zu rollen begonnen und mit dem neuen Treiben flammten auch ein paar ambitionierte Projekte der Wiederbelebung des ehemaligen Six Flags Freizeitparks New Orleans auf.

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Katrina zog eine Spur der Verwüstung durch New Orleans

Der Freizeitpark öffnete seine Pforten im Jahr 2000, damals unter dem Namen Jazzland Theme Park, angelehnt an die berühmte Jazzkultur New Orleans. Das erste Jahr verlief blendend, über eine Millionen Besucher in der ersten Saison und Zahlen im schwarzen Bereich. Den ersten Rückstoß erlitt der Park durch einen Besitzerwechsel und dem darauf folgenden Konkurs, woraufhin die Stadt selber das Zepter in die Hand nahm. Als erfahrenen Partner für den Fortbestand des Betriebs holte man sich Six Flags, welche den Park leasten und die Namenänderung durchführten. Ein weiteres Resultat des Leasings durch die achterbahnverliebte Kette war unter anderem auch die Aufstockung an Attraktionen und Achterbahnen. Alles verlief gut, man warf Umsatz ab und der Park erfreute sich wachsender Beliebtheit. Bis zu diesem schicksalsträchtigen Tag Ende August 2005. Katrina überflutete das gesamte Parkareal und Six Flags hatte weder das Geld noch die Lust den Freizeitpark wiederauferstehen zu lassen. 2009 schlussendlich übernahm die Stadt Orleans die volle Verantwortung für eine Ablöse von 3 Mil. Us Dollar und 25% der Versicherungsentschädigung.

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Seit August 2005 steht der Park leer und rottet langsm vor sich hin

Und der seit August 2005 leer stehende Park schwebt seither in der Luft. So machte letztes Jahr ein Video des bekannten amerikanischen Photographen Teddy Smith die Runde, wonach der Park abgerissen und der Müll für Rohstoffverarbeitung verkauft werden sollte. Doch der Stadtrat dementierte daraufhin die Behauptungen, dass das Video im Einvernehmen mit ihnen gedreht wurde. Im Kontrast dazu scheinen jedoch nicht einmal mehr die Kosten für die Securities, die das Gelände sichern und seit Parkschließung von der Gemeinde bezahlt werden, im Budgetplan 2011 auf. Und dass in einem Distrikt, den selbst die Stadtbewohner meiden, New Orleans East. Also ein denkbar schlechter Platz für einen Freizeitpark? Verschoben und Vergessen? Und falls ihn wer wieder aufbaut, bereits dem Untergang geweiht?

Es gibt seit jeher einige Projekte die dem Ziel verschrieben sind, den Park und dessen riesiges Areal zu retten. Big League Dreams hatte eines davon. Das Unternehmen, das seit 1998 Sportparks mit dem Hauptaugenmerk auf Baseball baut, wollte aus dem herabgekommenen Gelände eines ihrer Sportparks entstehen lassen, aber dieses Projekt verlief im Sand. Das vielversprechendste Angebot kam von der 3 Wise Men Entertainment Inc., die daraus ein Resort mit Wasserparks und vielen anderwärtigen Thrillrides machen wollten. Dem Ansuchen nach, hatte man ein Budget von 202 Millionen Us-Dollar angegeben, doch knapp nachdem das Ansuchen publik wurde, zog man es auch schon wieder zurück. Die Zukunft schaut trist aus für den Park, doch ein Unternehmen beharrt hartnäckig auf das Umsetzen ihres Plans, die Southern Star Amusement Company.

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Southern Star Amusement hat Großes vor

Genau von diesen ist vor Kurzem deren Vorstellung des Aufbaus des herabgekommenen Freizeitparks publik geworden. Die Firma, die schon seit längerem versucht das Areal von der Stadt loszulösen, will die Aufbauarbeiten in verschiedenen Phasen aufteilen. Erste Phase wäre der Wiederaufbau des eigentlichen Freizeitparks, wobei sie durch vorige Besichtigungen von Inspektoren ausgehen, dass viele Gebäude noch stabil sind. Weiters wird davon ausgegangen, dass noch 5 Fahrgeschäfte für den Betrieb geeignet sind, der Rest wird abgerissen und neu aufgebaut. Das Louisiana Theming des früheren Six Flags Parks, will man nach neuesten Plänen mit übernehmen und in mehreren Arealen, dem Eingangsbereich, French Quarter, welches sich zu den Bereichen Pontchartrain Beach, Bayou und Sportsman’s Paradise aufteilen soll, aufgliedern. Hierbei setzt man auf einen Mix aus den alten, wie dem Hozcoaster MegaZeph und neuen Attraktionen. Denn fast in jedem Areal setzt man die Priorität auf die Wiederbelebung der alten Attraktionen, die man mit ein paar eigenen Achterbahnen ergänzen will.

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Das Treiben im Park soll an alte Zeiten anknüpfen

Nachdem Wiederaufbau des eigentlichen Parks will man in Phase zwei einen Wasserpark, und später sogar einen Entertainmentbereich, ein Studio Backlot Areal, ein Hotel Resort und ein Jugend Sportkomplex errichten. Hierbei zeigt man sich in dem aktuell publik gemachten Ausschreiben sogar ein wenig Größenwahnsinnig, denn der Entertainmentbereich soll dem aus Downtown Disney oder Universal’s City Walk ähneln. Was davon jetzt Utopie ist, sei dahingestellt, denn bis in New Orleans wieder Normalität eintritt, dauert es sicher noch seine Zeit. Hilfe von der Stadt brauchen sie sich nicht erhoffen und auch Banken werden bei der Vergabe von Krediten in dieser Stadt nicht gerade um sich schmeißen. Man könnte es fast als Hirngespinst irgendeiner Fanatiker abtun und sorglos weiter seinen Weg gehen. Denn da stellt sich doch die unausweichliche Frage: Leben Totgeglaubte wirklich länger?

(c) Bilder Southern Amusement Company

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