Halb Mensch, halb Schaf? – Der Phantasialand-Zug für Taron

Eine Kampfmaske, ein schützendes Stück Metall, vereint mit dem respekteinflößendem Gehörn eines Widders. Angerostet, gebraucht und benutzt kommt einem dieses Bollwerk entgegen. Es ist über 100 Stundenkilometer schnell und schießt durch die Schluchten in und um Klugheim. Taron hat Hufe die sich festkrallend an der knapp 1,4 Kilometer langen Strecke entlang schieben. Doch ist der Zug nicht nur von vorn betrachtet für viele ein Novum. Auch im Wagenverband steckt viel neue Technik. Dies alles wurde heute nach einer Woche voller Bilder-Teaser vom Phantasialand vorgestellt. Wir fassen nun die wichtigsten Fakten rund um den neu entwickelten Phantasialand-Zug für Taron für euch zusammen.

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“Wir wollten einen Zug mit allen Eigenschaften, die für das Erlebnis Taron wichtig sind. Eine Alternative kam nicht in Frage” beschreibt Sebastian Jonas, der Projektentwickler im Phantasialand, die Zielsetzung beim Entwurf und der Entwicklung des Zuges. Wie schon beschrieben kommt der Zug in der Frontansicht durch den Vorbau des Front-Cars als Kampfmaske mit Widderhörnern daher. Im Zug stecken aber einige, teilweise bedeutende Verbesserungen. Für die Fans der Achterbahn und des Parks war es vor allem wichtig Arm- und Schulterfreiheit genießen zu können, durch ein Design und Sicherheitskonzept, welches auf einen reinen Beckenbügel setzt. Die Sitze werden dazu erstmals vom Achterbahnhersteller Intamin mit einer dreifachen Bügelsicherung ausgestattet. Ob das beim späteren Einsteigen und Abfertigen am Bahnhof zu merken sein wird, muss sich zeigen. Ein Schritt der vom Hersteller kam, über den sich das Phantasialand aber sichtlich freut, unter anderem nach Gerüchten das in der Branche an der Sicherheit gespart wird. Doch der Freiraum der dem Fahrgast im Oberkörperbereich nun zur Verfügung steht, ist nicht das Einzige. Ähnlich wie bei Mack Rides Launch Coastern wird man erhöht im Taron-Zug sitzen und eine größere, teilweise hängende Beinfreiheit genießen können. Die Einstiegsplattform der Station ist dabei dem Zugdesign angepasst um eine schnelle Abfertigung der Gäste zu ermöglichen.

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Tarons Zug (anklicken zum vergrößern)

Doch auch beim Material legt der Park Wert auf Beständigkeit. Materialien die einer hohen Nutzung standhalten und nichts an ihrer Wertigkeit verlieren. Von edlen Werkstoffen bis hin zu abgestimmten Farben sollte der Taron-Zug ein perfektionistisches Gesamtbild ergebenen. Das heute präsentierte Vorschaubild lässt dabei auf einiges hoffen. Noch nichts genaues kann man aber über die Personenanzahl des Zugs sagen. Im Bild zeigen sich mindestens fünf Reihen zu je zwei Plätzen. Es ist also mindestens von einem dreigliedrigen und zwölfsitzigen Zug auszugehen. Um nun einen der schnellsten und kräftigsten Katapultabschüsse mit LSM-Technik zu schaffen, wurde ebenfalls am Gesamtgewicht des Zuges gearbeitet. Insgesamt eine Tonne an Masse konnte unter anderem durch Verwendung von Aluminium im Fahrwerk gespart werden. Zum Vergleich, ein Zug von Blue Fire Megacoaster im Europa-Park wiegt zehn Tonnen, womit man von einer Reduktion von zehn bis 20 Prozent des Gewichtes ausgehen kann. Zusammen mit dem bereits Anfang der Woche veröffentlichen Fakt, dass Taron bis minus Zehn Grad Celsius betrieben werden kann, ziehen wir hier vor Intamin und dem Phantasialand unseren digitalen Hut. Sicherlich wird diese Technik bald auch bei anderen Achterbahnen Einzug halten und große Teile der Branche werden von der Entwicklung des Phantasialand-Zuges profitieren. Wann Klugheim die ersten Gäste begrüßen wird ist noch nicht bekannt. Anhand der aktuellen Bauarbeiten ist davon auszugehen, dass Taron und Raik frühestens im späten Frühjahr in den Betrieb gehen werden.

Bilder und Fotomontagen © Phantasialand

1 Kommentar

  1. Fan sagt:

    Ich freue mich, dass ihr die offensichtliche Ähnlichkeit zu den Mack-Zügen angesprochen habt. Denn was Intamin und das PHL uns hier als “Novum” und “Innovation” verkaufen, ist ganz klar von Mack inspiriert. Und dagegen habe ich auch nichts – das Konzept von Mack ist den alten Intamin-Zügen eindeutig überlegen – aber es sollte nicht unerwähnt bleiben.

    Die Tatsache, dass es keine Schulterbügel gibt, steigert auf jeden Fall meine Vorfreude auf die Attraktion. Und ich hoffe, dass einige Intamin-Bahnen mit den neuen Zügen aufgerüstet werden.