Freizeitparks

Ein Besuch in Efteling in der Corona-Zeit – Erfahrungsbericht

verfasst von Andi

Die Sonne strahlt und die Temperaturen laden zu jeder Menge Outdoor-Aktivitäten ein. Wäre da nicht diese blöde Corona-Pandemie. Nichtsdestotrotz eröffnen die Freizeitparks in Deutschland, Österreich oder auch Niederlande aktuell nach und nach ihre Tore.
Einer der ersten war der größte Freizeitpark der Niederlande – de Efteling.
Unsere gute Freundin Karen war gestern am ersten Tag der Wiedereröffnung vor Ort und schildert von ihren Erlebnissen:

Anmerkung: Bei unseren Erfahrungsberichten handelt es sich lediglich um eine Momentaufnahme. Die Erfahrungen können natürlich an anderen Tagen von unseren abweichen.

Bereits am Eingang wird auf die Maßnahmen hingewiesen.

Airtimers: Wie schwer war es an ein Ticket (Reservierung) zu kommen?
Karen:
Man musste auf den zugesendeten Link von Efteling klicken, um den Park für den gewünschten zeitnahen Termin besuchen zu können. Leider rechnete der Park von sich aus nicht mit solch einer hohen Reservierungsanzahl, weshalb das System offensichtlich den Geist aufgab.
Mein Fenster vom Browser war somit über 7 Stunden geöffnet. Es werden andere sicherlich, deutlich länger gewartet oder evtl. nach „nur“ 6 Stunden bereits ein Ticket für sich (und seine Angehörigen von bis zu 15 Personen) ergattert haben.

Airtimers: Wie war das Prozedere am Haupteingang?
Karen:
Auf dem Parkplatz wird bereits offensichtlich gemacht was Abstand bedeutet. Jeder hat eine Autobreite Abstand zum nächsten. Somit hat jeder reichlich Abstand zum benachbarten Auto. Richtung Haupteingang wurde man in eine Reihe gegliedert und mehrmals auf die 1,5m Regel hingewiesen. Sei es durch Ansagen (auf niederländisch) oder durch die Anweisung der Mitarbeiter und der Markierungen auf dem Boden. Somit herrschte kein Chaos.

Airtimers: Wo im Park musste man den Mund- und Nasenschutz aufsetzen?
Musste man die Attraktionen /Achterbahnen mit Mund- und Nasenschutz fahren? Wenn ja, wie war es?

Karen:
Es gibt, anders als in Deutschland, in den Niederlanden diese sogenannte Pflicht nicht.
Keiner trägt somit den Mund- und Nasenschutz (auch keiner der Mitarbeiter, auch nicht für Restaurants).

Efteling bietet jede Menge breite Wege

Airtimers: Wie waren die Besuchermassen im Park?
Karen:
Efteling hat weniger als 50% der zugelassenen Menge aktuell akzeptiert. Es verteilte sich durchaus gut und jeder hatte den Abstand, der einem zusteht. Würden es mehr Menschen werden, dann stelle ich es mir tatsächlich problematisch vor, gerade bzgl. der hygienischen Standards. Als es letztendlich zum Ausgang ging, waren die Abstände kaum einzuhalten, da zu viele auf einmal hinaus gehen wollten bzw. mussten.

Extra beschriftete Eingänge und Ausgänge wurden gebaut

Airtimers: Wie lief es in den Warteschlangen?
Karen:
Die Warteschlangen waren in roten und weißen Zonen unterteilt. Mitarbeiter standen für eine kurze Einweisung, direkt am Eingang der jeweiligen Attraktionen. Zum Warten musste man stets im weißen Bereich stehen bleiben. Der rot markierte Bereich stellte die 1,5m Zone dar und sollte somit den Abstand zur anderen Person / Gruppe zeigen.

Die Unterteilung in rote und weiße Bereiche

Airtimers: Hast du als Jahreskartennutzerin weitere Einschränkungen als die benötigte Reservierung?
Karen:
Ja, als Abonnement-Inhaber/in kann man nicht wie gewohnt gratis in die Partnerparks gehen.
Angesichts der Lage fällt sowas vollkommen weg. Wir müssen alles online reservieren und können nicht wie normal gewünscht an einem beliebigen Datum in den Park kommen, sondern müssen erst schauen ob es für uns passt (sofern Zeiten verfügbar sind).

Airtimers: Haben sich die Besucher an die Regeln gehalten?
Karen:
Natürlich haben sich viele an die Regeln gehalten. Gerade Menschen denen bewusst ist was dieser Virus anrichten kann und welche Ausmaßen es nehmen kann, sofern man sich nicht an die Maßnahmen hält. Leider merkt man aber verstärkt, dass es für Kinder eigentlich nicht machbar ist, sofern diese noch nicht ruhig neben den Eltern bleiben können. Die Merzahl an Eltern schien es nicht zu interessieren bzw. kamen kaum hinterher, dass Ihre Kinder den anderen Gästen zu nah kamen oder sonstiges. Selbstverständlich ist es gerade für Eltern aktuell schwer, allerdings sind diese dazu verpflichtet ihre Kinder noch besser zu behüten.

Für die Pre-Show von Symbolica wurden Plexiglasscheiben eingesetzt.

Airtimers: Hast du dich ausreichend geschützt gefühlt? Sind die Maßnahmen ausreichend?
Karen:
Der Park tut wirklich viel für uns Gäste angesichts der schweren Lage. Natürlich hat man immer ein mulmiges Gefühl und Bedenken in dieser Zeit. Allerdings wurden zig Zäune / Blockaden / Schilder / Hinweise / Markierungen und Sonstiges zu unserem Schutz errichtet und das so gut es ging im Efteling Design oder wenn es nicht anders ging, so dezent wie möglich.
Das Personal hat sich bei den Attraktionen enorm viel Mühe gegeben!
Auf Abstände im Fahrgeschäft wurde extrem stark geachtet! Z.B. hatte der Dive-Coaster Baron 1898 von drei Reihen nur zwei geöffnet (1. und 3. Reihe) und man wurde so weit wie möglich auseinander gesetzt.
Die Bügelkontrolle wird von den Fahrgästen selber durchgeführt. Jeder muss demonstrativ zeigen das der Bügel fest sitzt.

Ein starkes Beispiel bzgl. der Attraktionen war auch bei Villa Volta (Madhouse) zu sehen.
Hier können nur 5 Gruppen in die Preshows / zu dem Ride.
Wären also 5 Einzelpersonen in der Warteschlange, würden nur 5 Leute mit der Attraktion fahren.
Man bedenke: hier ist im Idealfall eine Kapazität von 1200 Personen pro Stunde!
Man befindet sich ca. 10min. in dem Haus und nach jeder Nutzung, wie beschrieben, wird auch erst mal alles gereinigt. Zusätzlich darf man die Reihen nur nach Aufforderung verlassen, da sonst ein Getümmel herrschen könnte (und das bei der geringen Anzahl von Menschen).

Für ein ruhiges Miteinander gibt es vorgegebene Wege (wie Einbahnstraßen, keine Sackgassen und keine Schleich- und Entdeckerwege). Bei großen Plätzen fällt diese Regelung weg, da es sich hauptsächlich von alleine verteilen kann.
Wer in einen Shop möchte ist verpflichtet einen der gereinigten Körbe in die Hand zu nehmen. Auch hier wird darauf geachtet das nicht zu viele Menschen in einem geschlossenen Raum sind.
Damit man nicht zu lange an einem Ort verweilt, sind die „Sitzrestaurants“ geschlossen.

Airtimers: Was könnte man deiner Meinung nach verbessern?
Karen:
Mitarbeiter die mit Lebensmitteln zu tun haben, sollten alle Handschuhe tragen.
Es sollte eine Regelung bzgl. des Verlassen des Parks geben.
Meiner Meinung könnte eine Show wie Aquanura stattfinden, sofern es auch Markierungen gibt.
Eine große Anmerkung: Aktuell zahlen die Gäste den vollen Preis für weniger Attraktionen / Erlebnisse die gewöhnlich geboten werden. Es ist halt eine strickte Einschränkung, der man sich bewusst sein muss.

Auch in Shops wurden Markierungen angebracht.

Airtimers: Wie war die Stimmung/Atmosphäre im Park allgemein?
Karen:
Die Stimmung wurde relativ gut behalten. Es liefen Charakter mit genügenden Abstand durch den Park und die Musik spielte leise im Hintergrund. Ebenfalls war der Park wie gewohnt sehr gepflegt und super bepflanzt. Somit konnte die Atmosphäre so gut es geht erhalten bleiben.

Auch weiterhin waren Maskottchen und Künstler im Park unterwegs.

Airtimers: Gab es sonstige Auffälligkeiten?
Karen:
Ja, bei den Toiletten bspw.. Hier konnte man nicht frei wählen, welche Toilette man aufsucht, sondern wurde zugewiesen. Grund dafür ist die andauernde Reinigung der Toiletten nach jedem Gebrauch.
Ebenfalls gab es auf den großen Plätzen „Desinfektionsmittel-Stationen“. Hier stand ein Mitarbeiter, welcher einem bei Bedarf die Möglichkeit der Händedesinfektion gab.

Wir danken Karen für ihren ausführlichen Erfahrungsbericht!

Pictures: Copyright Karen Falkus

über den Autor

Andi

Hey Folks!
25 Jahre alt, Rheinländer,
Expert in Food-Technology/Food Inspector

Favorite Places: Walt Disney World & Silver Dollar City & Cedar Point

Dabei seit 2012. Zuständig für Facebook, Instagram und siehe oben

3 Kommentare

  • Super Bericht, vielen Dank! Ich habe mir bereits Tickets gekauft und einen Tag reserviert. Somit mach Efteling dieses Jahr für mich den Anfang.
    Eine Frage habe ich aber noch. Wie sieht es generell mit den Wartezeiten bei den Attraktionen aus? Sind diese sehr hoch, da nur weniger Menschen fahren können? Oder vielleicht sogar geringer, da weniger Menschen im Park sind?

    Ich würde mich auch da über eine Erfahrung freuen. Oder ist das nicht möglich, da es erst ein Pre-Opening (vielleicht mit einer noch stärkeren begrenzung) war?

    Vielen Dank

  • Die Wartezeiten waren bzgl. der beschränkten Anzahl von Menschen nicht zu hoch. Wenn man allerdings an einen heißen Tag zur einzigen Attraktion geht, wo man richtig nass werden kann, sollte man eine lange Wartezeit einkalkulieren!
    Man muss immer im Hinterkopf haben: Es wird für uns alles gereinigt, dass geht mit Übung natürlich zügig, allerdings muss es auch ordentlich getan werden. Einige Attraktionen wo der Abstand evtl. nicht eingehalten werden kann, wegen des Verlaufs, haben leider nur jeden zweiten Wagen für die Gäste geöffnet.
    Bei Fahrgeschäften wie Piraña kommt auch zusätzlich die Bedingung das nur ein Boot pro Gruppe belegt werden darf. Das kann evtl. alles länger dauern.

hinterlasse einen Kommentar