Freizeitparks

Ein Besuch im Toverland in der Corona-Zeit – Erfahrungsbericht

verfasst von Andi

Einige Freizeitparks in Deutschland und den Niederlanden haben bereits wieder geöffnet. Letzte Woche gab es den Erfahrungsbericht aus Efteling (Hier klicken). Diesmal geht es wieder ein einen niederländischen Freizeitpark – dem Toverland!
Unser Freund René war diesen Samstag (23.05.2020) vor Ort und hat uns seine Erfahrungen geschildert:

Bereits veröffentlichte Erfahrungsberichte:
Ein Besuch in Efteling in der Corona-Zeit – Erfahrungsbericht
Ein Besuch im Toverland in der Corona-Zeit – Erfahrungsbericht
Ein Besuch im Phantasialand in der Corona-Zeit – Erfahrungsbericht
Ein Besuch im Wiener Prater in der Corona-Zeit – Erfahrungsbericht
Ein Besuch im Heide Park in der Corona-Zeit – Erfahrungsbericht
Ein Besuch im Europa-Park in der Corona-Zeit – Erfahrungsbericht

Anmerkung: Bei unseren Erfahrungsberichten handelt es sich lediglich um eine Momentaufnahme. Die Erfahrungen können natürlich an anderen Tagen von unseren abweichen.

Wie schwer war es an ein Ticket (Reservierung) zu kommen?
René:
In meinem Fall besitze ich eine Jahreskarte für das Toverland. Für Jahreskarteninhaber ist es aktuell nötig, einen Account auf der Toverland Website zu registrieren. Das funktioniert aber problemlos und auch das Reservieren selbst klappt innerhalb von Sekunden. Bei meiner letzten Reservierung gab es nur einen ausgebuchten Tag.

Wie war das Prozedere am Haupteingang?
René:
Die Tickets werden nicht mehr am Haupteingang selber, sondern schon vorher an den Kassenhäuschen (durch die Glasscheibe) gescannt. Von dort an kann man durch die geöffneten Tore einfach hindurch laufen. So wird der Kontakt zwischen Mitarbeitern und Gästen an dieser Stelle sehr gut auf Null reduziert.
Vor den Kassenhäuschen befinden sich Warteschlangen, die mit Markierungen versehen sind, um 1,5m Abstand zu halten.

Wo im Park musste man den Mund- und Nasenschutz aufsetzen?
René:
Einen Mundschutzpflicht gibt es in den Niederlanden nicht, im Park habe ich auch keinen Besucher wahrgenommen, der eine Maske getragen hat. Auf den Attraktionen ist ein Mundschutz untersagt. Einige Mitarbeiter haben eine „Gesichtsmaske“ aus Plexiglas getragen, allerdings die Minderheit.

Wie waren die Besuchermassen im Park?
René:
Der Park war recht gut gefüllt, jedoch haben sich die Massen sehr gut verteilt. Im Toverland sind sehr viele Wege als „Einbahnstraßen“ gekennzeichnet, was der Sache sehr zu gute kommt. So kommt man auf diesen Weg niemanden entgegen.

Wie lief es in den Warteschlangen?
René:
Bevor man eine Warteschlange betritt hat man die Möglichkeit, seine Hände zu desinfizieren. An den Ein- und Ausgängen jeder größeren Attraktion stehen mehrere Desinfektionsgel-Spender zur Verfügung.
Die Warteschlangen selbst sind ausgestattet mit Markierungen, die den Mindestabstand von 1,5m markieren. Sobald man eine Warteschlange betreten hat, darf man diese dann auch nicht mehr verlassen, damit man den wartenden Personen nicht entgegen läuft und den Mindestabstand damit unterschreitet.
Am Ende der Warteschlange angekommen wird man nun bei jeder Attraktion eingeteilt, was im Toverland noch etwas ungewohnt erscheint, dennoch aber recht effizient ist und meistens gut funktioniert.

Hast du als Jahreskartennutzer weitere Einschränkungen als die benötigte Reservierung? Inwiefern kommt der Park euch entgegen?
René:
Im Park selbst hat man keine Einschränkungen als Jahreskarteninhaber. Alle Vorteile gelten weiterhin ganz normal und es gibt auch keine geblockten Tage oder Ähnliches.
In anderen Parks gelten die Preisvorteile mit der Toverland Jahreskarte, laut Website, bis mindestens zum 1. Juli 2020 nicht.
Entgegen kommt uns der Park, indem seitens des Toverlands die Wahl zwischen zwei Arten der Entschädigung für die Zeit, in der der Park geschlossen war, geboten. So hat man die Wahl zwischen einer kompletten finanziellen Entschädigung (Wert der Jahreskarte je Tag) oder einer Verlängerung der Jahreskarte um die Anzahl der geschlossenen Tage.

Haben sich die Besucher an die Regeln gehalten?
René:
Tatsächlich werden die Regeln von fast jedem sehr gut eingehalten. Bei unserem Besuch heute kam es allerdings einmal vor, dass eine Frau die Warteschlange von Fēnix vorzeitig verlassen hat und uns auf der engen Treppe entgegen kam. Weiterhin kamen uns zwei mal auf gekennzeichneten Einbahnstraßen Gruppen entgegen. Im Großen und Ganzen kann man hier aber nicht klagen.

Hast du dich ausreichend geschützt gefühlt? Sind die Maßnahmen ausreichend?
René:
Ich finde die Maßnahmen in diesem Umfang sehr gut. Desinfektionsmittel steht im ganzen Park dem Besucher alle paar Meter zur freien Verfügung und auch die Fahrgeschäfte werden regelmäßig gründlich desinfiziert. Etwas ungeschützt kommt man sich natürlich vor, wenn Besucher sich bspw. nicht daran halten die Warteschlange nicht zu verlassen und sich an einem vorbei quetschen, doch leider wird es solche Besucher immer geben und da trifft den Park natürlich auch keine Schuld.

Was könnte man deiner Meinung nach verbessern?
René:
Der Park verfährt leider immer noch nach dem Prinzip, dass einige Toilettengebäude geschlossen sind, wenn diese nicht zwingend für zusätzliche Kapazität benötigt werden. In der aktuellen Situation kann ich das absolut nicht nachvollziehen, gerade, da der Park selbst überall darauf hinweist, sich regelmäßig die Hände zu waschen. Man sollte alle im Park vorhandenen Waschbecken den Besuchern zur Verfügung stellen. Toiletten, die „überflüssig“ vorhanden wären, könnte man besser gesondert (innerhalb des Gebäudes) abtrennen.

An einigen Orten im Park gibt es interaktive Elemente, zum Beispiel in der Warteschlange von Maximus Blitz Bahn. Natürlich werden diese den ganzen Tag angefasst, daher sollte man sie vielleicht besser vorübergehend deaktivieren oder alternativ direkt an diesen Stellen auch Desinfektionsmittel bereit stellen.

Wie war die Stimmung/Atmosphäre im Park allgemein?
René:
Es herrschte eine sehr lockere Stimmung im Park. Würde man es nicht besser wissen, könnte man kaum glauben, dass aktuell eine Pandemie herrscht. Die Maßnahmen sind zahlreich, aber dennoch dezent genug, um nicht die Atmosphäre des Parks zu zerstören.

Du warst auch bereits in Efteling zur aktuellen Situation. Siehst du starke Unterschiede im Verfahren? Wenn ja, was macht Toverland besser?
René:
Efteling setzt viel mehr auf Signalfarben, alles wird Rot und Weiß markiert, in einem viel deutlicheren Ausmaß, worunter meiner Meinung nach die Atmosphäre im Park mehr leidet als im Toverland. Mir kommt es dabei auch nicht so vor, als würden die Maßnahmen von den Besuchern durch die offensichtlicheren Markierungen besser befolgt werden. Ehrlich gesagt habe ich sogar den Eindruck, dass das Gegenteil der Fall ist.
Vor allem in Sachen Handdesinfektion sollte Efteling noch nachbessern. Desinfektionsgel steht nur an wenigen ausgewählten Punkten im Park zur Verfügung, „bewacht“ von Mitarbeitern. Hier verfährt das Toverland eindeutig viel besser, indem einfach im ganzen Park Handgel zur Verfügung gestellt wird.

Der Einlass in Efteling wirkte auf mich persönlich auch nicht so gut geregelt wie im Toverland. Dadurch, dass die Kassenhäuschen zum Ticket scannen im Toverland genutzt werden und vor diesen klare Warteschlangen aufgebaut wurden, herrscht beim Toverland wesentlich weniger Chaos als bei Efteling.

Insgesamt hat das Toverland gute Arbeit geleistet beim Spagat zwischen Sicherheit und Hygiene für Besucher und Mitarbeiter sowie der Erhaltung der Park-Atmosphäre. In Efteling kommt die Hygiene nicht zu kurz, jedoch finde ich, dass die Atmosphäre dort wesentlich mehr leidet. Von daher finde ich, dass das Toverland in der Coronazeit die bessere Ablenkung vom Alltag bietet.

Wir danken René für ihren ausführlichen Erfahrungsbericht!

Pictures: Copyright René Ingenwerth

über den Autor

Andi

Hey Folks!
25 Jahre alt, Rheinländer,
Expert in Food-Technology/Food Inspector

Favorite Places: Walt Disney World & Silver Dollar City & Cedar Point

Dabei seit 2012. Zuständig für Facebook, Instagram und siehe oben